logo
Werbung;
Cineastentreff Kino Film HomeCinema - Neu auf DVD Kino Film Dead Man Down (DVD & Blu-Ray)

Dead Man Down (DVD & Blu-Ray)

Von Rache und Verblendung

Nach dem Welterfolg „Verblendung“ inszeniert Regisseur Niels Arden Oplev mit „Dead Man Down“ seine erste Hollywood-Produktion und bringt Millennium-Hauptdarstellerin Noomi Rapace gleich mit, die sich ihre Meriten in den USA bereits verdient hat, zuletzt in Ridley Scotts „Alien“-Prequel „Prometheus“. So richtig zünden will der Rache-Thriller aber nicht. Trotz origineller Storyelemente bleibt er zusehr im Klischee verhaftet, und die Bildsprache passt einfach nicht zum Inhalt.

Werbung;

 

Victor (Colin Farrell) heißt eigentlich Lazlo. Sein Boss Alphonse (Dominic Cooper), ein hohes Tier der New Yorker Unterwelt, das gerade einigen Stress mit dreckigen Immobiliendeals hat, sollte das besser nicht erfahren, denn er glaubt, Lazlo sei tot. Lazlo und seine Frau und seine Tochter. Lazlo sinnt auf Rache. Er hat sich Zugang zu Alphonses Gruppe verschafft und ist zur Vertrauensperson des Gangsters aufgestiegen, und der zieht Victor ins Vertrauen, als er kryptische Drohbriefe erhält und einer seiner besten Männer eines nachts in seiner Kühltruhe liegt, erschossen.

Dass Victor der Mörder ist weiß nur seine Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace), die den Mord in bester „Fenster zum Hof“-Manier beobachtet hat und Victor nun damit erpresst, was dem so gar nicht in den Kram passt, denn es bringt seinen Masterplan gehörig durcheinander. Beatrice ist seit einem Autounfall entstellt, sie will, dass Victor den Täter tötet. Fast zwangsläufig entwickelt sich zwischen den beiden Racheengeln eine gewisse Anziehung, und ab irgendeinem Punkt arbeiten sie zusammen.

Obwohl all das reichlich konstruiert daherkommt und auch eine ganze Weile benötigt, um Fahrt aufzunehmen, funktioniert die Handlung und schafft es, einen Sog der Spannung zu entwickeln. Aber so richtig zünden will es dennoch nicht. Zu flach sind die Figuren, die Handlungsabläufe wirken stellenweise wie vom Reißbrett. Besonders stolz ist Regisseur Oplev auf eine der größten Schwächen des Films: Statt die Rachestory in der passenden rauen Optik in Szene zu setzen, kreiert er märchenhafte, glatte Bilder, die auf makellosen Hochglanz aus sind. Der Bruch zwischen Aussehen und Inhalt ist zu groß um noch kontrastierendes Spiel mit Stilelementen zu sein und funktioniert ebensowenig wie der Versuch. Rache-Action und Gefühlsdrama zu vereinen, da immer eines der Elemente im Klischee versinkt. Eigentlich schade, den Potential wäre reichlich vorhanden. (gw)


Datum: 29.09.2013

 

 
Werbung;