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The Walking Dead Staffel 3 (Blu-Ray & DVD)

Zombies versus gebrochene Helden

Es gibt Serien, die starten furios und werden von Staffel zu Staffel schwächer, und es gibt Serien, die ihr Niveau immer weiter erhöhen. Das amerikanische Zombie-Action-Drama „The Walking Dead“ gehört erfreulicherweise zur zweiten Kategorie, denn mit der nun erscheinenden dritten Staffel erreicht die Serie eine Qualität, die in den ersten beiden Staffeln nur erahnt werden konnte.

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Basierend auf der gleichnamigen Comicbuchreihe von Robert Kirkman und Tony Moore schuf Regisseur Frank Darabont („Die Verurteilten“) mit der ersten Staffel von „The Walking Dead“, in der sich einige Überlebende einer Zombie-Epidemie zusammenfinden, um zu fliehen, einen beachtlichen Auftakt. Die zweite Staffel spaltete die Fans, die dritte Staffel aber dürfte die Gemeinde der Zombie-Freunde nun wieder einen, denn diese bietet alles, was gutes Fernsehen braucht: Action, Spannung, interessante Charaktere, eine vielschichtige Story und originelle Wendungen.

Die Truppe um den ehemaligen Polizisten Rick, flüchtet sich in ein Gefängnis, das erst einmal von Zombies gereinigt wird. Hershel, der sich Rick trotz der großen Querelen in Staffel 2, mitsamt seiner Tochter Maggie angeschlossen hat, wird dabei ins Bein gebissen, und Rick holt die Axt raus, um durch die spontane Amputation sein Leben zu retten. Viel schlimmer aber trifft es ihn selbst. Nach dem Tod seiner Frau hört er Telefone klingeln, die längst funktionsunfähig sind, er spricht mit seiner toten Frau und schafft es kaum, seinem neugeborenen Baby gerecht zu werden. Genau hier findet sich ein zentrales Thema dieser Staffel wieder: die Charaktere werden an die Grenze ihrer emotionalen Belastbarkeit getrieben, und in welche unterschiedlichen Richtungen sich die Menschen in einer derartigen Ausnahmesituation entwickeln, wird dabei auf höchst spannende und erstaunlich tiefsinnige Weise ausgelotet.

Zwei gegensätzliche Pole bilden dabei den Rahmen dieser Charakterstudie. Rick ist der gebrochene Held, der im Laufe der Folgen fast den Verstand verliert. Auf der anderen Seite steht der Gründer von Woodbury, einer mit Mauern abgeschotteten Stadt, angeführt von eben jenem „Gouverneur“ (grandios: David Morrissey, „Blitz“), der sich zunächst als Heilsbringer darstellt, weil er es schafft, den Menschen eine Perspektive zu geben. In der Stadt, in der die Menschen mit Strom, Wasser, Nahrung, Medizin, Schulen und sogar Unterhaltung, wie bei den Arena-Kämpfen im alten Rom, versorgt werden, halten sie den Gouverneur deshalb für einen gutmütigen Retter, einzig die stille, aber schlagkräftige Michonne, die zusammen mit Andrea, die Ende der zweiten Staffel aus Ricks Gefolgschaft verloren ging, in die Stadt kommt, erkennt, warum der Held gar keiner ist. Der Zuschauer selbst kommt erst nach und nach hinter seine dunklen Geheimnisse, aber spätestens dann entpuppt sich der Anführer als eine Art psychopathischer Diktator.

Andrea dagegen lässt sich vom dem Glück, „ein normales Leben“ zu führen, zunächst blenden und lässt sich mit ihm auf eine Beziehung ein. Michonne, sicher eine der aufregendsten und stärksten der neu eingeführten Figuren, flieht und wird von den Gefolgsleuten des Gouverneurs gejagt. Sie schafft es, ihnen zu entkommen, und sieht, wie ihre Verfolger Maggie und Glen, die gerade auf der Suche nach Milchpulver und Nahrung sind, entführen. Der Kampf zwischen Ricks Gruppe und dem Gouverneur ist also eröffnet. Und damit nicht genug, auch die Zombies sind in dieser Staffel zahlreicher und angriffslustiger als je zuvor.

Tolle Charakterstudien, Spannung und viel mehr Splatter, als in den ersten beiden Staffel zusammen, mehr kann der anspruchsvolle Horrorfan kaum erwarten und sich genussvoll im Sessel zurücklehnen.

Ab dem 11. November können die deutschen Fans die DVD-Box erwerben. Neben den einzelnen Episoden sind darin verschiedene Features, wie Making-ofs oder entfallene Szenen enthalten.

Katja Kutsch


Datum: 28.10.2013

 

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