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Der rosarote Panther(tsch) "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Das dem sächsischen Dichter Otto Julius Birnbaum zugeschriebene Zitat könnte als Motto über dem Film stehen: "Der rosarote Panther" ist immer noch ein Heidenspaß für all jene, die mit Klamauk etwas anfangen können und für die ein befreiendes Lachen nicht unbedingt einen intellektuellen Unterbau besitzen muss. Das ist eigentlich nicht anders als bei Blake Edwards' Original aus dem Jahr 1963. Nur die Zeiten haben sich geändert. Slapstick und Nonsens gelten als nicht mehr ganz so anarchistisch. Also muss sich nicht nur die modernisierte Story, sondern vor allem Steve Martin als Nachfolger des unvergessenen Peter Sellers den veränderten Seh- und Lachgewohnheiten anpassen, um sie erneut provozieren zu können. Anzeige Und das war schwierig, wenn auch nicht, wie von ewig dickköpfigen Remake-Gegnern beschrien, unmöglich. Immerhin schrieb mit Steve Martin ein Komiker mit am Drehbuch, der sein Metier nicht nur von der Pike auf lernte, sondern der es auch versteht, Slapstick, Akrobatik und körperbetonte Gags mit augenzwinkernder Tiefgründigkeit zu versehen, ohne dabei bemüht intellektuell zu wirken. Martin hat außerdem die Hauptrolle übernommen, für die ursprünglich Mike Myers ("Austin Powers") geplant war. Der 61-Jährige spielt seinen Inspektor Clouseau, Frankreichs dümmsten Polizisten, mit einer Mischung aus herrlicher Unschuld, infantiler Naivität und gnadenloser Selbstüberschätzung, bringt aber auch eine gewisse Reife mit ein. Martin steht zwar im Mittelpunkt, aber er drängt sich nicht auf. Das tut dem Film gut, weil sich das hochkarätig besetzte Darstellerensemble entfalten kann, ohne sich gegen einen übermächtigen Mittelpunktsmenschen wehren zu müssen. Jean Reno zum Beispiel interpretiert seine Rolle als Clouseuas stoischer Sidekick Ponton als Parodie seiner großen Kinoerfolge von "Léon - Der Profi" bis "Die purpurnen Flüsse". Kevin Kline könnte als macht- und mediengeiler Polizeichef Dreyfus den echten Nachrichtensendungen entsprungen sein, und die wieder einmal umwerfend niedliche Beyoncé Knowles kokettiert gekonnt mit ihrem "Popsternchen mit Sex-Appeal"-Image. Alle vier sind hinter dem berühmtesten Diamanten der Welt her. Der rosarote Panther, so heißt das Mega-Glitzerding, verschwand während eines Fußballspiels und unter den Kameras der Weltöffentlichkeit vom Finger des streitbaren französischen Nationaltrainers Yves Gluant (Jason Statham in einem süffisanten Cameo). Chefinspektor Dreyfus weiß, dass er sich mit diesem Fall zunächst keine Lorbeeren verdienen kann. Aber genau die hat er bitter nötig, wenn er nach Jahren erfolgloser Nominierungen endlich den höchsten Orden der Republik erhalten will. Also beauftragt er Inspektor Clouseau mit den Ermittlungen. Der dümmste Polizist des Landes hat ein sicheres Gespür vor allem beim Auffinden von Fettnäpfchen - das passt perfekt in Dreyfus' perfiden Plan, der sich später als Retter der Nationalehre präsentieren will. Doch der sympathische Tollpatsch Clouseau zieht sofort die Presse auf seine Seite und feiert - zufällig zwar - einen Ermittlungserfolg nach dem anderen. Seine unorthodoxen Ermittlungsmethoden führen ihn in das Trainingslager der Nationalmannschaft, zu einer Sprachtrainerin, die dem stark französelnden Polizisten das Wort "Hamburger" beibringen will und schließlich nach New York. Dorthin hat sich nämlich Xania (Beyoncé Knowles), Schlagersternchen und Ex-Freundin des Trainers, abgesetzt. Und die hat, trotz knapper Kleidchen, einiges zu verbergen. Trotz des einfachen und bekannten Plots - Clouseau steht irgendwann kurz vorm Scheitern, setzt sich dann aber in einem grandios-albernen Finale doch durch - könnte alles ganz wunderbar sein. Was allerdings fehlt, ist die Überraschung, das gewisse Extra, die geheime Zutat der Vinaigrette. "Der rosarote Panther" des Jahrgangs 2006 hat sich gewaltig an die modernen Zeiten und ihre Marktgesetze angepasst. Ein ordentliches Produktionsbudget von geschätzten 80 Millionen Dollar garantiert glanzvolle Bilder mit schicken Special Effects, der Witz ist so allgemein gehalten, dass keine Gefahr besteht, jemandem auf den Schlips zu treten. Schade, dass sich Regisseur Shawn Levy nicht mehr Freiheiten genommen hat, um aus dem Hollywood-Mainstream auszubrechen. Dabei geht es um Fußball als Geschäft, Hamburger als kulinarischen Hochgenuss, amerikanischen Flughafensicherheitswahn und die französisch-amerikanische Freundschaft. Doch die Parodien bleiben oberflächlich, die Ironie als Stilmittel wurde ignoriert. Es soll einfach gelacht werden, ohne Fragen an den Morgen danach. So bleibt der Film letztendlich eine Geschmacksfrage des Publikums. Das Lachen ist jedenfalls erlaubt und fällt in den 95 Minuten auch nicht wirklich schwer - in der ersten Woche spielte der Streifen in den USA bereits 46 Millionen Dollar ein. Andreas Fischer |
Credits: Laufzeit: 95 Min. |
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