Steve McQueen Collection
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Jung war er, kräftig, blond und blauäugig, ein verwegener Typ mit kantigem Gesicht, der weder Tod noch Teufel scheut: Steve McQueen wäre in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden und hätte die Welt wahrscheinlich noch immer mit seinen strahlenden Augen verzückt. Er war einer der ersten Actionstars Hollywoods und verstand es, seinen körperlich anspruchsvollen Darstellung immer eine Nuance Charme und Ironie beizumischen. Das machte ihn unwiderstehlich, das machte ihn zu Steve McCool, dem das Kinopublikum zu Füßen lag. Und es heute noch tun würde, wäre McQueen nicht am 7. November 1980 an Herzversagen während einer Krebs-OP gestorben. Seine Filme jedenfalls leben weiter und haben nichts von ihrem Charme verloren: Eine Steve McQueen-Collection mit sieben DVDs tritt den Beweis an.Sechs Filme ("Bullitt", "Cinicinnatti Kid", "Getaway", "Flammendes Inferno", "Wenn das Blut kocht", "Ich, Tom Horn") sind in der Box enthalten, die siebte Disc ist "Bullit" beigelegt und enthält drei Stunden exzellentes Zusatzmaterial. Besonders empfehlenswert ist dabei die 83-minütige Dokumentation: "Steve McQueen: Die Coolness in Person." Eine Hommage ist der Film natürlich, aber auch ein Mosaik, das kritische Teile nicht auslässt und ein ziemlich genaues Bild des willensstarken Draufgängers zeichnet. In seinen Rollen gab sich McQueen häufig furchtlos, brutal und rücksichtslos - ein Mann wie aus dem Macho-Bilderbuch. Das bekam auch Ali MacGraw zu spüren, seine zweite Ehefrau, die er nach der Heirat an den Herd verbannte. Kennen gelernt hatten sie sich die bei den Dreharbeiten zu Sam Peckinpahs genialem Gaunerstück "Getaway" (1972). McQueen spielt darin den Gangster McCoy, der zusammen mit seiner Frau Carol (MacGraw) eine Bank überfällt und danach auf der Flucht ist vor der Polizei, seinem Komplizen Rudy und den Männern des Auftraggebers. Der Film gilt als Klassiker des Actionkinos, mit für die damalige Zeit brutalen Szenen und einer nie zuvor gesehenen Stilisierung der Gewalt. Noch während der Dreharbeiten begann eine leidenschaftliche Affäre zwischen McQueen und MacGraw, die mit der letzten Klappe zum Altar führte. Ein virtueller Audiokommentar mit Interviewsequenzen gehört zur Sonderausstattung dieser DVD und macht die Chemie des unvergessenen Paars erlebbar. Unvergessen war Steve McQueen auch als Pokerspieler in "Cincinnati Kid", der in New Orleans einen übermächtigen Gegner herausfordert. Immer wieder erlebt man kribbelnden Nervenkitzel, wenn "The Man" Lancey Howard, der Altmeister aller Berufsspieler, einen langen Blick auf seinen Kontrahenten "Cincinnati Kid" wirft und dann langsam seine letzte Karte umdreht. Wie man das am besten macht, wird übrigens in einem packenden Kurzfeature von einem Profi erklärt, der damals extra für den Film engagiert wurde. Und dann ist da natürlich "Bullitt", ein Film, der Maßstäbe setzte und 1968 mit dem Oscar für den besten Schnitt ausgezeichnet wurde. Vor allem die legendäre, zehnminütige Autoverfolgungsjagd ist im cineastischen Gedächtnis haften geblieben. Steve McQueen saß persönlich am Steuer und schenkte sich auch sonst in seiner Rolle als hartgesottener Polizist nichts. Der Kassenerfolg des Films leitete eine Welle aufwändig produzierter Polizeifilme ein. Drei Jahre später erreichte sie ihren Höhepunkt: Clint Eastwood sorgte in Don Siegels "Dirty Harry" für Besucherrekorde. Ein Pluspunkt der Sammlung ist auch "Wenn das Blut kocht", McQueens dritter Film, der ihn in die erste Liga Hollywoods katapultierte. Er spielte als Soldat im zweiten Weltkrieg immerhin Frank Sinatra und Gina Lollobrigida an die Wand. Komplettiert wird die Box von "Flammendes Inferno", dem Höhepunkt der Katastrophenfilme der 70-er Jahre, und Steve McQueens vorletzter Leinwandrolle als "Ich, Tom Horn". Hier spielt er einen Einzelgänger im Wilden Westen und zeigt noch einmal mit einer Verbindung aus sanfter Ironie und lässiger Präsenz, warum er einer der größten Filmstars Hollywoods war. Insgesamt ist das DVD-Paket ein durchaus gelungenes Geschenk für Steve McQueen-Fans und mit einem Preis von etwa 50 Euro auch recht erschwinglich. Zwar fehlen mit "Papillon", "Die glorreichen Sieben", "Thomas Crown ist nicht zu fassen" und "Gesprengte Ketten" einige essenzielle Werke, aber das Steve-McQueen-Jahr ist noch nicht vorbei, sodass ein zweiter Teil der Collection keine abwegige Idee sein dürfte.
Andreas Fischer
bewertungsbox
| bildformat |
1,85:1 / 2,35:1 / 2,40:1 (anam.) |
| sprachen |
Deutsch (2.0 / 1.0), Englisch (5.1 / 2.0 / 1.0), Spanisch (1.0) |
| untertitel |
Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Hebräisch, Polnisch, Tschechisch, Kroatisch, Slowenisch, Griechisch, Ungarisch, Türkisch, Isländisch, Nor |
| extras |
Audiokommentare; Virtueller Audiokommentar Steve McQueen, Ali MacGraw, Sam Peckinpah; Featurette: Cinicinnatti Kid - Poker nach geltenden Regeln; Dokumentationen: Steve McQueens Streben nach Authentiz |
| laufzeit |
698 Min. |
| tonsystem |
Dolby Digital |
| regionalcode |
Regionalcode 2 |
| preis |
ca. 50 Euro |
| bewertung bild |
gut |
| bewertung ton |
befriedigend |
| bewertung extras |
sehr gut |
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Credits: (USA 1959-1980, R: Diverse, D: Steve Mc Queen, Ali MacGraw, Frank Sinatra u.a.)
Wertung 
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| Draufgänger mit unwiderstehlich blauen Augen: Steve McQueen wäre am 7. November 75 Jahre alt geworden. Sechs seiner besten Filme erscheinen jetzt in einer Sammler-Box auf DVD. (Warner) |
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| In Sam Peckinpahs "Getaway" musste sich Steve McQueen als Carter McCoy den Weg nach Mexiko frei schießen. (teleschau / Archiv) |
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| Nach der letzten Klappe ging es direkt zum Traualtar: Steve McQueen und Ali MacGraw lernten sich während der Dreharbeiten zu "Getaway" kennen und lieben. (teleschau / Archiv) |
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