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11:14
11:14
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Wenn am Abend der große Lichtschalter gekippt wird und die Nacht beginnt, passiert Unglaubliches. Gefühle potenzieren sich, aus weit hinten im Gehirn abgespeicherten Fantastereien werden ausgesprochen schlechte Ideen. Das passiert auch in der Realität - wer das bezweifelt, muss nur einmal eine nächtliche Reise durch die entsprechenden Lokalitäten seiner Stadt unternehmen. Vor allem aber geschieht's im Film. Für "11:14" hat Debütant Greg Marcks einer amerikanischen Kleinstadtnacht 20 Minuten geklaut. Jetzt erscheint die US-Produktion als DVD. Als Zuschauer hätte man am liebsten ein Spielbrett vor sich, auf dem sich das bereits Gesehene noch einmal neu ordnen lässt. Denn da passiert so viel, dass man gar nicht so richtig zum Nachdenken kommt, was aber bei einem Film wie "11:14" nicht schlimm ist. Was geschieht, ist nicht so wichtig wie die Art und Weise, auf die es passiert. Greg Marcks zelebriert ein leicht schmuddeliges Augenkino, das keinerlei Tiefgang benötigt, weil es durch das Szenische überzeugt. Ein Film, der ziemlich exakt die Summe seiner einzelnen Teile ist. Und nicht mehr als das. Alles beginnt mit einem jungen Mann. Typ Kleinstadtgangster, altes Auto, ordentlich Alkohol im Blut und im Handschuhfach. Und der überfährt jemanden. Denkt er. Das führt naturgemäß zu ziemlichen Unannehmlichkeiten, die jedoch im weiteren Verlauf des Filmes zu einer Art zartem Vorspiel verblassen. Denn da kommt noch so einiges: Cheri (Rachael Leigh Cook), die heimliche Heldin des Films, gibt vor, schwanger zu sein - und kassiert bei zwei Jungs ab. Eddi (Ben Foster), Mark (Colin Hanks) und Tim (Stark Sands) sind Teenager mit einem ausgeprägten Interesse an Körperflüssigkeiten. Sie machen eine fatale Spritztour mit einem Kleinbus - einer der drei verliert dabei das männlichste aller Körperteile, der Rest mindestens die Nerven und eine Unbeteiligte ihr Leben. Buzzy (Hilary Swank) wird überfallen, ein junger Mann scheidet beim fröhlichen Geschlechtsverkehr auf einem Grab dahin. All das hat irgendwie miteinander zu tun. Es ist ein bisschen wie mit diesem komischen Schmetterling, dessen Flügelschlag angeblich einen Wirbelsturm am anderen Ende der Welt entstehen lässt. Marcks lustvollem Parforceritt durch verschiedene Zeiten und Perspektiven fehlt Struktur, das Verstehen wird dem Zuschauer nicht einfach gemacht. Vergnügen bereitet der tatsächlich in einer kalifornischen Kleinstadt gedrehte "11:14" trotzdem, und das liegt nicht nur am wirklich grandiosen Produktionsdesign, sondern vor allem an den Darstellern. Rachael Leigh Cook, in Deutschland vor allem als haselmäusiges Highschool-Girl ("Eine wie keine") bekannt, zeigt hier die andere Seite der Teenager-Medaille. Die DVD kommt mit einer Anzahl an Interviews, die sich zunächst imposant liest. Erkenntnisgewinn vermitteln indes vor allem die Gespräche mit Hilary Swank und Greg Marcks. Spannend ist auch die - unkommentierte und nur mit wenig Aufwand editierte - B-Roll, die detaillierten Einblick in die Dreharbeiten gibt. Bei Bild- und Tonqualität hat man sich Mühe gegeben. Die Bilder sind gestochen scharf und überzeugen besonders in den Szenen, die in der Dunkelheit spielen - und das sind ja die meisten. Auch der Ton, in der deutschen Version auch in DTS verfügbar, genügt gehobenen Heimkino-Ansprüchen. Jochen Overbeck bewertungsbox
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Credits: |
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