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die 120 tage von sodom

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  #1  
Alt 28.08.2007, 22:57
Benutzerbild von Yamakuzi
Yamakuzi Yamakuzi ist offline
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ist ja einer der kino kontrovers reihe.
irreversible aus dieser reihe hat da in meinen augen viel mehr zu bieten und verdient es als kunstwerk angeschaut zu werden. genialer film.
hab "die 120..." letzhin mal gesehen, allerdings werde ich ihn wohl kaum nochmal schauen.
für mich ein absolut langweiliger mist mit aneinandergereihten perversitäten und ekelszenen, sonst nichts.
er orientiert sich anscheinend an werken von sade und dantes. die nazizeit hat auch noch einfluss. ich kenne die werke der genannten nicht, vieleicht find ich deshalb den film nicht gut, kann mir aber kaum vorstellen dass es anders währe, wenn ich sie kennen würde.

wie findet ihr den ? was ist an dem film gut oder speziell ?
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  #2  
Alt 29.08.2007, 09:04
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Amonima Amonima ist offline
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Kann mich dir nur anschliessen, meine Videothekarin meinte das ist der härteste Film den sie, dachte mir das muss ich überprüfen.

Kamm nach ca 20 minuten zu dem schluss: das ist der dümmste Schei.. den ich jeh gesehen hab. Hab ihn auch weiterlaufen lassen und irgendwas anderes nebenher gemacht aber der Film wurde nicht besser nur schlimmer.
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  #3  
Alt 29.08.2007, 11:44
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HAL9000 HAL9000 ist offline
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Zitat:
Zitat von Amonima Beitrag anzeigen
Kamm nach ca 20 minuten zu dem schluss: das ist der dümmste Schei.. den ich jeh gesehen hab.
Im Zusammenhang mit dem Haupt-Requisit dieses Films ein göttlicher Kommentar!
Aber ich muss auch sagen: viel kränker und ekelhafter geht es auch kaum noch. Es war der erste Film, bei dem ich aufhören musste zu essen.
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Geändert von text driver (29.08.2007 um 13:53 Uhr).
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  #4  
Alt 31.08.2007, 13:19
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Yamakuzi Yamakuzi ist offline
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schön, dass bis jetzt jeder so über den film denkt wie ich (auch unter meinen bekannten).

allerdings hab ich insgeheim gehofft, da der film kontrovers sein soll und anscheinend von manchen als "kunstwerk" angesehen wird, dass mir mal jemand die andere sichtweise versucht zu erläutern . vieleich ists ja auch nur ein gerücht, dass der film manchen zusagt .

hab gestern einen weiteren film gesehen, welcher gut in die kontrovers-reihe passen würde: themroc.
die sprache, der humor, die ganze art ist einfach nur köstlich. hab mich lange nicht mehr so amüsiert . ganz was spezielles wenn nicht einmaliges. so was ähnliches hab ich jedenfalls bis jetzt nicht gesehen. für freunde des "speziellen" films unbedingt zu empfehlen. was haltet ihr von dem ?
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  #5  
Alt 01.09.2007, 20:16
text driver text driver ist offline
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als ich die "120 Tage" als student gesehen habe, war das für mich eine intellektuelle offenbarung. vielleicht sollte ich ihn mir jetzt noch einmal ansehen. dass der film nicht die heutigen maßstäbe an spannung erfüllt, sehe ich ein, vor allem weil er so unfassbar kalt ist. wahrscheinlich kann einen dies tatsächlich auch kalt lassen. denn eine figur, die zur identifikation einlädt - und so funktioniert kino ja eigentlich immer - besitzt dieser film nicht. absichtlich nicht, so hatte ich ihn damals verstanden. es ist die darstellung des nationalsozialsitischen denkens bis in die letzte konsequenz: der mensch als ding. dass der film dies nur intellektuell zu vermitteln vermag, ist vielleicht sein fehler, aber wahrscheinlich durchaus auch seine absicht, denn um gefühle geht es darin ja eben die ganze zeit überhaupt nicht. so gesehen, ist eure abwehrhaltung gegenüber dem film sowas wie eine natürliche reaktion gegenüber dem inhalt, der nur ekel erzeugen KANN.
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  #6  
Alt 02.09.2007, 12:05
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Yamakuzi Yamakuzi ist offline
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das mit dem nationalsozialistischen gedankengut von wegen "der mensch, das ding" leuchtet ein. in dieser hinsicht kann der film sicher überzeugen und ist nicht ganz so sinnlos wenn man diese verbindung auch wahrnimmt. muss gestehen, dass ich dies so nicht getan habe. ich hab nur eine verbindung mit der nazizeit wahrgenommen, als es gegen ende des films ums denunzieren ging. das war auch der einzige abschnitt, welchen ich genial fand.
stimmt, die fehlende identifikationsfigur hat sicher auch eine wirkung.
den film empfand ich zwischendurch schon auch als spannend. allerdings ist er mit fast 2 stunden unerträglich in die länge gezogen und als ganzes sehr langweilig.
ich denke, das hätte man sicher auch kürzer halten können.
zudem hätte man meiner meinung nach auch auf einiges verzichten können. zum beispiel das eine festmahl wo sich alle mit **** vollstopfen (pardon). vieleicht, oder wahrscheinlich ne anspielung, dass nationalsozialistisch denkende leute schweine sind. während die meisten anderen szenen aber noch halbwegs eher real erscheinen, wirkt dieses dinner ziemlich surrealistisch und ich finde deshalb auch unpassend.
ich hab irgendwie den eindruck, dass pasolini hauptsächlich provozieren wollte und der rest eher nebensächlich ist.
danke jedenfalls für deine meinung. ich seh das jetz wieder mit etwas anderen augen, allerdings find ich den film als ganzes immernoch schlecht .
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  #7  
Alt 04.09.2007, 15:23
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Es is ja nicht so, dass ich denke, der Film hat keinen tieferen Sinn..., aber bisher hat er sich mir noch nicht "offenbart".
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  #8  
Alt 06.09.2007, 04:16
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In diesem Film ging es ja auch nicht um den Nationalsozialismus. Bei weitem nicht, das Buch wurde im 18. Jhd geschrieben.
Pasolini hat die Nazizeit gewählt um den Film realer und aktueller erscheinen zu lassen.
Da eine Verfilmung de Sades Schriften für einen normalsterblichen, nein Normaldenkenden, schier krank erscheinen, musste Pasolini eine Peresonengattung wählen die für solche Taten am ehesten in Frage kommt - die Nazis, siehe auch "Men behind the sun" nur dass es da Parallelen zur Realität geben soll.
Der Film hat mich die meisste Zeit gelangweilt, allemal es in dem Film keine Handlung, keine Geschichte, gibt. Es ist die Ganze Zeit durchweg ein nichtendendes Martyrium, das Ende nichtssagend. Liegt wohl zuletzt auch daran, dass Marquis de Sade das Buch nie zu Ende schreiben konnte und somit 90 Tage fehlen. Aber manchmal ist weniger auch mehr.
Nur hat der Film mich gereizt, um den Hintergrund herauszufinden, warum dieser regelmäßig in den Kunsthochschulen vorgeführt wird.
Ich mir also Buch gekauft , gelesen, als nicht konsumierbar befunden und den Film als überflüssig. War das nötig???
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  #9  
Alt 06.09.2007, 16:09
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Yamakuzi Yamakuzi ist offline
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interessant. ich hab mal bei wiki nachgeschaut und herausgefunden, dass anscheindend das wort "sadismus" den ursprung bei de sade hat. hier kann man ja was lernen .
kennst du auch dantes "inferno" ? die geschichte von "120 tage" soll ja auf dantes werk aufgebaut sein.
naja, kenne beide werke nicht. zumindest bei de sade ists mir wurscht, wenn ich deinen beitrag lese .
bin wohl zu ungebildet für diesen film, aber anscheinend lag ich nicht so falsch mit der annahme, dass ich den film wohl auch mit kentnis der werke nicht gut finden würde.
genau, das "nichtssagende" ende war auch so ein nervender punkt. vor allem wenn man dann nur den nationalsozialistischen aspekt hinzunimmt, ists sehr verwirrend.
über kunst lässt sichs streiten, was auf diesen film auch ganz besonders zutrifft, deshalb ists nicht verwunderlich, wenn er in kunsthochschulen vorgeführt wird.
zu hoch für mich .
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  #10  
Alt 19.09.2007, 18:53
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AnotherWhiteBird AnotherWhiteBird ist offline
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Also hier kommt mal deine lang erwartete andere Meinung:

Ich kann wirklich nicht sagen, dass es mir gefällt Salò anzuschauen, aber trotzdem ist er für mich ein guter und einfach wichtiger Film. Man sollte aber vielleicht wirklich wissen, wie oder warum Pasolini den Film gedreht hat. Salò ist nicht einfach eine Verfilmung von de Sade. Der Film ist mehr als alles andere Pasolinis Sicht und Kritik des faschistischen Italiens und Mussolini. Nicht umsonst heisst der Film im Original "Saló o le 120 giornate di Sodoma". Saló ist die kleine Republik in die sich Mussolini damals zurückgezogen hatte. Aus welchem Grund auch immer hat man in Deutschland das Wort Saló aus dem Titel genommen und jeder regt sich nur über die Perversion der gezeigten Bilder anstatt über die Perversion der faschistischen Gewaltherrschaft auf.

Abgesehen davon darf man neben all dem Abartigen und Perversen nicht übersehen, mit welcher Sorgfalt und Technik Pasolini in seinen Bildern arbeitet und wie "schön" und ästhetisch er die Bilder teilweise arrangiert. Das macht den Film in seiner Wirkung für mich noch abartiger, weil er eben mit einer völlig anderen Herangehensweise als irgendein Splattermovie oder Schundfilm arbeitet.

Für mich (ohne Frage ein abartiger aber) wichtiger Film!!!
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