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Diskussion zu "Departed: Unter Feinden"

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  #1  
Alt 16.12.2006, 15:44
text driver text driver ist offline
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Standard Diskussion zu "Departed: Unter Feinden"

zum ursprüngliechen Artikel: Departed: Unter Feinden

Leonardo DiCaprio und Martin Scorsese. Drei Filme haben die beiden gemeinsam in den letzten vier Jahren realisiert, und allmählich scheint es so, als würde der \Titanic\-Star Scorseses neuer Robert De Niro werden. Zumal er nach den überzeugenden Auftritten in \Gangs of New York\ und \Aviator\ nun im ureigenen Mafia-Gefilde des alternden \GoodFella\ wildert. In \Departed: Unter Feinden\, einer virtuosen Neubearbeitung des viel gepriesenen Hongkong-Hits \Infernal Affairs\ (2002), spielt DiCaprio mit nervöser Energie den ehrgeizigen Undercover-Cop Costigan, der ins Bostoner Syndikat eingeschleust wird, um deren mächtigen, irisch-stämmigen Boss - Jack Nicholson debütiert bei Scorsese und liefert erneut eine Oscar-reife Performance ab - zu Fall zu bringen. Seinen Widerpart Sullivan verkörpert, in einer sehenswerten Tom-Ripley-Variante, das ewige Milchgesicht Matt Damon, der seinerseits gegen reichlich Dollars die Ganoven mit Insiderinformationen versorgt. Was zu schlimmsten Verwicklungen und argem Blutvergießen führt - und beim Zuschauer bald die Frage aufwirft, wem man letztendlich wirklich glauben darf ...



Meinung:
Schon die ersten veröffentlichten Bilder hatten mich nicht überzeugt. Nachdem ich "Departed" nun gesehen habe, fühle ich mich leider bestätigt. Der Film erreicht nie die Höhe von Scorsese-Filmen wie "GoodFellas", "Taxi Driver" oder "Raging Bull". DiCaprio ist nicht der neue DeNiro. Auf mich wirkt der Film sehr aufgesetzt, so als ob niemand ein ernstes Interesse daran hatte. Teils wie ein Comic, dann wie eine Komödie - nie konnte ich mich in die Stimmung des Films reinversetzen. Enttäuschend. "Infernal Affairs" ist um Klassen besser. Bis in die Nebenrollen hinein.
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  #2  
Alt 12.01.2007, 15:42
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Meinung:
[/b]Schon die ersten veröffentlichten Bilder hatten mich nicht überzeugt. Nachdem ich "Departed" nun gesehen habe, fühle ich mich leider bestätigt. Der Film erreicht nie die Höhe von Scorsese-Filmen wie "GoodFellas", "Taxi Driver" oder "Raging Bull". DiCaprio ist nicht der neue DeNiro. Auf mich wirkt der Film sehr aufgesetzt, so als ob niemand ein ernstes Interesse daran hatte. Teils wie ein Comic, dann wie eine Komödie - nie konnte ich mich in die Stimmung des Films reinversetzen. Enttäuschend. "Infernal Affairs" ist um Klassen besser. Bis in die Nebenrollen hinein.
Die flache Handlung ging mir doch ziemlich auf die Nerven, zwielichtige Geschäfte in heruntergekommenen Fabrikhallen, Kompetenzstreitigkeiten am Tatort, Prügeleien im Corner Store - alles schon viel zu oft dagewesen! Auch das Ende war eher enttäuschend, einfach im Minutentakt ein paar Hauptdarsteller sterben lassen, so macht man es sich etwas zu einfach mit den überraschenden Wendungen, da wurde ja überhaupt nichts mehr erklärt... Ganz allgemein wurde diesem Handlungsstrang mit der Polizeipsychologin zu viel Raum gegeben, das wirkte auch mich wie der missglückte Versuch im Sinne von "Heat" eine zweite Handlungsebene zu installieren, auf der zum einen die Akteure im Gespräch mit - für die Handlung eigentlich unerheblichen - Frauen ihren Seelenschmerz auskotzen durften und zum anderen Scorsese auf die Schnelle noch ein bißchen Charakterzeichnen konnte - hat mich nicht überzeugt. Di Caprio und Wahlberg waren gut, Matt Damon hat phasenweise einen etwas überforderten Eindruck gemacht. Jack Nicholson? Überzeugend wie meistens, stellenweise aber schon zu überdreht und immer an der Kippe zur Albernheit...
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  #3  
Alt 12.01.2007, 16:08
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Haben wir den gleichen Film gesehen, ich denke nicht!

Hinter vermeintlicher Einfallslosigkeit (Ende) steckt gerade die Genialität des Films. Der Grundplot ist ziemlich simpel aber die Figuren die diesen erleben und so fühlbar machen wie DiCaprio (Billy Costigan merkt man in jeder Szene die Wut und Verzweiflung über seine Situation an), Damon (wunderbar eiskalt und distanziert, nicht mal ansatzweise überfordert) und Nicholson dessen Risiko es zwar immer ist kurz vor seiner eigenen Karikatur stehen, der es aber sehr gut vermeidet.
Meiner Meinung nach wurde der wirklich gute "infernal affairs" optimiert.

Departed ist so scheisse intensiv wie es nur scorsese kann, die gnadenlosigkeit, die gewaltausbrüche, die apokalyptische sicht auf das leben, die verwischung von gut und böse alles elemente die scorsese zum nunmal besten regisseur macht auch wenn der film im grunde keine neuheiten beinhaltet (die szenen die hier angesprochen werden) ist er unglaublich durchdringend.

was die leute immer stört ist dass sie tolle originelle twist-stories mit mind. 1 richtigem helden brauchen und da man dies im anspruchsvollen kino seit leones "Revolution" mit der dollartrilogie eigtl vermeiden sollte, regen sie sich über das einfache ende.
Das ist das leben, kinder! keine große Predigt, keine superorignellen, schwachsinnigen, mahlen-nach-zahlen-drehbuch-artigen auflösungen, einfach nur tod. Die konsequenz von allen die sich auf einem drahtseil bewegt haben.

Und von den darstellern unterstützt (ich stütze mich nicht auf die 6 GoldenGlobe Nominierungen) wurde definitv der beste film des jahres abgeliefert (babel konnte ich noch nicht sehen). Basta!
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  #4  
Alt 12.01.2007, 20:26
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Da muss ich dir leider widersprechen: "Departed" ist nicht "scheisse intensiv", das war Scorseses Filme früher mal. Nur damit du mich verstehst: Ich verehre "Taxi Driver", vor "Raging Bull" gehe ich in die Knie und "Good Fellas" ist vielleicht der spannendste Mafiafilm überhaupt. "Departed" hat nichts von diesen Filmen und will durch Übertreibungen wie das spritzende Blut schockieren. Aber auch das ist nur ein müder Effekt. Wie überhaupt der ganze Film mir zu sehr nach billigen Effekten hascht: der brutale DiCaprio (also bitte, mehr Einsatz um gegen sein Image anzukämpfen erwarte ich schon) der irgendwie saulangweilige Nicholson (eine seiner schlechtesten Leistung überhaupt), der cholerische Marky Mark (seine Darstellung schien mir einfach nur eine Wiederholung seiner Rolle in "Boogie Nights" zu sein, nur eben unglaubwürdig, weil vollkommen überdreht). Am besten war noch Alec Baldwin. Aber sonst? Was bleibt denn von dem Film? Für mich nur eine riesige Enttäuschung.
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  #5  
Alt 13.01.2007, 01:24
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also diCaprio ist für mich schon lange sein image los...und ich weiß leider ehrlich nicht wie er seine darstellung hätte besser machen können... von nicholson war ich nie ein riesenfan, weil er mir oft zu einseitig war (aber hier passt es) und über goodfellas würde ich departed auch nie stellen, aber es erscheint mir einfach ungerecht, die wirklich guten leistungen der schauspieler (welche intentionen sie auch immer hatten um sich für ihre frühere Präsenz zu rechtfertigen) so niederzumachen.. ich habe in jeder sekunde bei diCaprio seine verzweiflung und die wut gespürt...ich will departed auch nicht zwanghaft gleich mit früheren scorsese-werken vergleichen (warum auch?) und die szenen in denen die hauptdarsteller miteinander interagieren sind für mich scheisse intensiv, explosiv und unvergleichbar mit stereotypen geblubber anderer filme...außerdem schafft der film es dem ottonormalzuschauer nicht alles zu überdeutlich erklären zu wollen..jede noch so brutale konsequenz wird hier (so simpel sie auch sein mag) gezogen, und die darsteller unterstützen das fulminant..und auch wenn es immer als blödes argument gesehen wird..die golden globe nominierungen und die bevorstehenden ähnlichen oscarnominierungen sprechen da auch für sich...neben dem ganzen einheitsbrei den man sonst so zu sehen bekommen hat..

und scorsese hat's schon lange nicht mehr nötig irgendjemanden schockieren zu wollen..

"For the faithful departed"
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His Judgment Cometh
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  #6  
Alt 21.01.2007, 03:31
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leonardo hat nie versucht wie robert de niro zu sein oder so zu spielen. er ist einfach ein toller schauspieler mit großer klasse wie paul newman, marlon brando & co -
und punkt !!
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  #7  
Alt 24.01.2007, 14:56
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Haben wir den gleichen Film gesehen, ich denke nicht!

Hinter vermeintlicher Einfallslosigkeit (Ende) steckt gerade die Genialität des Films. Der Grundplot ist ziemlich simpel aber die Figuren die diesen erleben und so fühlbar machen wie DiCaprio (Billy Costigan merkt man in jeder Szene die Wut und Verzweiflung über seine Situation an), Damon (wunderbar eiskalt und distanziert, nicht mal ansatzweise überfordert) und Nicholson dessen Risiko es zwar immer ist kurz vor seiner eigenen Karikatur stehen, der es aber sehr gut vermeidet.
Also "Genialität" ist jetzt aber doch zuviel des Guten. Ich habe mich beim Lesen so mancher Rezension besser unterhalten gefühlt als im Kino.

Zitat:
was die leute immer stört ist dass sie tolle originelle twist-stories mit mind. 1 richtigem helden brauchen und da man dies im anspruchsvollen kino seit leones "Revolution" mit der dollartrilogie eigtl vermeiden sollte, regen sie sich über das einfache ende. Das ist das leben, kinder! keine große Predigt, keine superorignellen, schwachsinnigen, mahlen-nach-zahlen-drehbuch-artigen auflösungen, einfach nur tod. Die konsequenz von allen die sich auf einem drahtseil bewegt haben.
Mumpitz, was die Leute stört ist die Tatsache dass Scorsese hier nur kalten Kaffee aufwärmt und keine zündenden Ideen mehr zu haben scheint. Und was das Ende angeht: ich gehe nicht ins Kino um das Leben zu sehen, sondern um gut unterhalten zu werden. Ya dig?
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  #8  
Alt 25.01.2007, 12:07
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Zitat:
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Also "Genialität" ist jetzt aber doch zuviel des Guten. Ich habe mich beim Lesen so mancher Rezension besser unterhalten gefühlt als im Kino.



Mumpitz, was die Leute stört ist die Tatsache dass Scorsese hier nur kalten Kaffee aufwärmt und keine zündenden Ideen mehr zu haben scheint. Und was das Ende angeht: ich gehe nicht ins Kino um das Leben zu sehen, sondern um gut unterhalten zu werden. Ya dig?
tja die gute diskrepanz zwischen unterhaltung und anspruch, im besten Falle hat man ja beides... und hinter vermeintlicher Einfachheit steckt für mich dann wiederum die GENIALITÄT, ich behaupte jetzt einfach mal, dass WIR uns nicht anmaßen sollten, einen derartigen Regisseur (generell Leute die ihren Job da machen) so oberflächlich aufgrund des Offensichtlichen als stümper hinzustellen weil wir meinen es besser zu wissen...das Ende war genau richtig in der Banalität meiner Meinung nach...nach zwei Stunden Film...hin und hergereisse stirbt einfach so gut wie jeder...ganz locker...als gäbs nichts natürlicheres...ohne rücksicht... und das unterhält mich....wie gesagt ich rede hier nur vom ende
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  #9  
Alt 28.01.2007, 18:26
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Gerade das Ende war genial, ich stimme da zu. Etwas unklar bleibt, wie das mit dem Umschlag gelaufen ist und wie die Frau Marky Mark kontaktieren konnte, da er ja untergetaucht war oder ist mir da etwas entgangen? Die Tötungszene am Schluss jedenfalls ist in ihrer Kürze und Kälte sehr gut gelungen. Der Film ist so intensiv und fesselnd, weil eben auf pathetische Klischees verzichtet wurde und die trostlose Welt der Kriminalität gezeigt wird. Wenn das nicht total unterhaltend ist, dann spricht das meiner Meinung nach für den Film. Wer nur unterhalten werden will kann ja in Mission Impossible VI gehen.
Ich fand DiCaprio auch überzeugend, ebenso wie Matt Damon. Dass man gerade mit so einem Milchbubigesicht dermaßen unsympathisch wirken kann, ist eine große Leistung. Nicholson hingegen spielt irgendwie immer gleich oder vielleicht hat man ihn einfach zu oft als irrsinnigen Bösewicht gesehen...
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  #10  
Alt 28.01.2007, 18:36
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dankeschön, ich dachte wirklich ich wär der einzige der den film gut findet...
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