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Diskussion zu "Die Welle"

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  #1  
Alt 09.03.2008, 19:28
admin admin ist offline
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Standard Diskussion zu "Die Welle"

zum ursprüngliechen Artikel: Die Welle

"Nicht schon wieder das Dritte Reich", stöhnen die Schüler. Wer aus der jüngeren Generation hat das nicht schon selbst im Geschichtsunterricht gehört oder gar selbst in den Buchumschlag gemurmelt, wenn abermals der Nationalsozialismus auf dem Lehrplan stand. "So etwas wäre heute doch nicht möglich, dazu sind wir viel zu aufgeklärt", halten die Schüler ihrem Lehrer Rainer Wenger außerdem vor. Was setzt man nun solchen naiven, aber nachvollziehbaren Aussagen entgegen? Rainer Wenger antwortet in Dennis Gansels Drama mit einem Experiment: "Die Welle" (2008).



Meinung:
Schade dass dieser tolle Stoff (der Kritik zu folge) so verhunzt wurde! Sollte er dann tatsächlich den jugendlichen Geist treffen, dann soll es mir aber recht sein! Ich werde da auf jeden Fall reingehen und mich persönlich überzeugen.

Weiß eigentlich jemand, ob das Thema noch als Lehrfilm (mich hatte dieser geprägt) an deutschen schulen gezeigt wird?
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  #2  
Alt 10.03.2008, 19:18
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jankenmaster jankenmaster ist offline
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also ich habee den 2004 noch zu sehen bekommen.

bin aber mal auf das remake gespannt. aber was ich bis jetzt an ausschnitten gesehen hab, schien stark "modernisiert"...
__________________
schlauer spruch, wo bist du???
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  #3  
Alt 11.03.2008, 03:30
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FreakyJohnny FreakyJohnny ist offline
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Ich habe den Anfang 2007 in der Berufschule noch zu sehen bekommen .

Ich hoffe, dass das Remake so gut wird, wie der alte.
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  #4  
Alt 22.03.2008, 23:15
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Man kann sich nur über den mangelnden Anspruch mancher Kinogänger wundern!
Der Film ist dumm dreiste Geldmacherei und das Kino war voll!

Warum?
Neben schlechtem Schauspiel und der Bedienung von billigen Klischees, täuscht der Film eine wahre Begebenheit vor, die es so nicht gegeben hat!
Die tatsächliche Geschichte ereignete sich in den USA und die Schüler waren bei weitem keine Idioten wie in der deutschen Produktion dargestellt!
Die dargestellten Techniken in „Die Welle“ zur Erlangung der Macht sind ungenügend, teils bis zur Lächerlichkeit, dargestellt und spiegeln höchsten im Ansatz die Werkzeuge einer Autokratie wieder. Auch konnte ich die Gegenspieler nicht wirklich ernst nehmen!

Ich frage mich ernsthaft wie man eine solche Geschichte, wo man meinen könnte nicht viel Falsch machen zu können, so verhunzen kann?

Ein weiteres Armutszeugnis für den deutschen Film! Ein deutscher Zuschauer, mag das wegen unserer geschichtlichen Verantwortung konsumieren. Im Ausland wird der Film jedoch keinen Zuschauen vom Sessel reißen können. Es steht auch zu vermuten dass „Die Welle“ ausschließlich für den deutschen Markt und seinem geringen Anspruch produziert wurde!

Die Frechheit des Films:
Wenn so die reale Gefahr von Rechts aussehen soll, dann müsste man sich wenig Gedanken machen.
Wer die wahre Geschichte "der Welle" nicht kennt, könnte zumindest nach dem Besuch von „Die Welle“ zu diesem Schluss kommen. Der Film "Die Welle", verharmlost und überzeichnet nach belieben bis zur Peinlichkeit.

Über dies könnte der Film im Ausland als ein vollkommen ungeeigneter und überflüssiger versuch einer Entschuldigung aufgefasst werden, nach dem Motto – seht her so etwas kann überall passieren. Eine Weisheit, die man niemanden der auch nur für 2Cent Bildung besitzt aufs Auge drücken muss. Zumal es bereits einen - wen auch unspektakulären – Film zu dem Thema gibt, der sich Sachlich und mit unverfälschten Fakten am original Experiment hält!

Frech auch, die beiläufige Unterstellung das Michael Moore ein Lügner ist!
Dennis Gansel scheint sich nicht besonders mit den Werkzeugen von Manipulatoren auszukennen. Zumindest wird unzulässig verkürzt! Einem Michael Moore ist wie der Bildzeitung, eine unvollständige Berichterstattung und gezielte Manipulation der Perspektive vorzuwerfen. Der Begriff der Lüge, scheint mir unzulässig verkürzt!

Das wohl Beckantes Beispiel der Technik der „unvollständigen Berichterstattung und gezielte Manipulation der Perspektive“ dürfte der Bidzeitungsartikel „Berlin: 3. Juni 1967“ sein.
Hier wurde zur "Anti Schah Demo" vom Vortag berichtet, bei dessen verlauf Benno Ohnesorg in einem Hinterhof von Polizisten erschossen wurde*.
*(Vermutlich hingerichtet vom Polizisten Karl-Heinz Kurras. Der Staat hat nie besonderes Interesse an der Aufklärung gezeigt)

Die Bildzeitung titelte mit, „Blutige Krawalle: 1 Toter“ und bebilderte dies mit einem Blutenden Polizisten.
Der Anreisser: Ein junger Mann ist gestern in Berlin gestorben. Er wurde Opfer von Krawallen, die politische Halbstarke inszenierten …
Im Text: Gestern haben in Berlin Krawallmacher zugeschlagen, die sich für Demonstranten halten. Ihnen genügte der Krach nicht mehr. Sie müssen Blut sehen. Sie schwenken die rote Fahne und sie meinen die rote Fahne. Hier hören der Spaß und die demokratische Toleranz auf. Wir haben etwas gegen SA-Methoden. … Wer bei uns demonstrieren will, soll es friedlich tun. Und wer nicht friedlich demonstrieren kann, gehört ins Gefängnis.

Ganz Deutschland glaubte damals das die Demonstranten einen Polizisten erschlagen hätten. Das Vorgehen, sowohl von Michael Moore als auch der Bildzeitung, ist viel hinterhältiger als es eine Lüge jemals sein könnte!
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  #5  
Alt 24.03.2008, 13:46
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Moin & Servus!

Bei mir gab es nicht den Film im Unterricht, sondern das Buch wurde gelesen. Ich selbst habe den Film nie gesehen.
Aber wenn ich meinen Vorredner glauben darf, ist es wohl auch nicht nötig, sich diesen Film, also das Remake, anzusehen!

So UGLY???

LG
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  #6  
Alt 07.04.2008, 22:10
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FreakyJohnny FreakyJohnny ist offline
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Deinem Vorredner darfst du glauben !

Ich habe jetzt auch das Remake gesehen. Schulnote sieben !

Alles wurde gesagt, dem ist nichts mehr hinzuzufügen, der originale "Die Welle" war stark inszeniert mit ganz einfachen Mitteln. Das deutsche Remake war auch ganz einfach, aber auch einfach scheisse !

mfg Johnny.

Geändert von FreakyJohnny (07.04.2008 um 22:13 Uhr).
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  #7  
Alt 28.04.2008, 20:07
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Rheingold Rheingold ist offline
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Hallo Leute,

wieder mal ein Remake welches völlig überflüssig war ... sehr schade ...
Nach wie vor gefällt mir der Kurzfilm aus den 80s besser.
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  #8  
Alt 30.04.2008, 09:45
RoedeBaer RoedeBaer ist offline
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Ich habe das Remake nicht gesehen, kenne nur das Buch und die amerikanische Verfilmung. Aber wenn das Remake schon gegen das (meiner Meinung nach ebenfalls eher schlechte) Original so abstinkt, kann es wirklich nicht viel taugen.
Was mich am Original schon sehr gestört hat ist, dass die Handlung, vor allem aber die eigentlich schleichende Entwicklung der Schüler zum "kleinen" Faschismus quasi im Schweinsgallop abgehandelt wird, so dass man als denkender Mensch nicht wirklich nachvollziehen kann, warum sich die Schüler so verhalten, wie sie es tun. Natürlich kann man es sich aufgrund der Handlung denken, wirklich nachfühlen geht aber kaum. Daher ist für mich auch das Original schon viel zu distanziert, um aufzuzeigen, dass so etwas auch heute noch und unter aufgeklärten Menschen geschehen kann. Oder wer von Euch hatte beim Anschauen ernsthaft den Gedanken "Ja, das hätte mir auch passieren können"?

Schade drum. Ein Thema, bei dem es um unterschwellige Manipulation, Gruppendynamik und -zwang geht - gerade vor dem Hintergrundgedanken "Mir kann so etwas nicht passieren" - , wäre eine entsprechend raffinierte und ebenfalls manipulative filmische Umsetzung Pflicht. So bleibt bestenfalls der Gedanke "Ich kann in etwa nachvollziehen, warum das Anderen so ergangen ist", aber eben kaum "Ich wäre wohl auch dabei gewesen".
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  #9  
Alt 30.04.2008, 11:30
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Da bisher immer noch einhellige Meinung ist das so etwas heute und in Europa nicht mehr passieren kann, wäre ich mit der Erkenntnis, dass es doch passieren kann nicht unzufrieden.

Es würde auch dazu reichen dass zumindest aus meine Generation der 68er, mehr Menschen, ein vernünftiges Verhältnis zur Generation der Eltern und Grosseltern aufbauen könnten! Diese Generation hatte nun einmal das ganz starke Problem, das sie entweder Verdrängte oder auf die Barikaden ging! Und beides ist (war) so überflüssig wie ein Kropf!

1. Es kann eben jeden Tag passieren.
2. Jedes Volk muss zu jeder Zeit in der Lage sein seine Machthaber zu entmachten. (da sehe ich derzeit große Schwierigkeiten und die entscheidende Aufgabe für jedes Volk dieser Erde)
3. Und es muss nicht zwingend das Gesicht des National-Sozialismus haben.
Selbst Demokratie kann, wie beispielsweise auf Bürokraten und Polizei Ebene in München, faschistuide Züge tragen.
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  #10  
Alt 30.04.2008, 15:46
RoedeBaer RoedeBaer ist offline
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Zitat:
Zitat von admin Beitrag anzeigen
Es würde auch dazu reichen dass zumindest aus meine Generation der 68er, mehr Menschen, ein vernünftiges Verhältnis zur Generation der Eltern und Grosseltern aufbauen könnten! Diese Generation hatte nun einmal das ganz starke Problem, das sie entweder Verdrängte oder auf die Barikaden ging! Und beides ist (war) so überflüssig wie ein Kropf!
Da stimme ich Dir sofort zu. Problematisch ist aber auch, wenn es einem unnötig schwer gemacht wird, Verfehlungen zuzugeben und diese Aufzuarbeiten. Solange gerade die 68er Generation vor allem aggressiv mit dem Finger herumgezeigt und verständnislos angeklagt hat, war auch niemand geneigt, sich als Mitläufer oder noch Schlimmeres zu outen. Das braucht nun einmal auch von Anklägerseite her ein gewisses Maß an Verständnis. Wenn man damals bereits gesagt hätte "Ihr habt etwas wirklich Schlimmes getan (oder geschehen lassen), aber wir maßen uns nicht an zu behaupten, dass wir dagegen gefeit gewesen wären", wäre die Aufarbeitung der Vergangenheit sicherlich leichter von statten gegangen.
Das ist ungefähr genauso, wie wenn sich heute Leute hinstellen und von sich behaupten, dass sie zur Zeit der Hexenverfolgung garantiert nicht mitgemacht hätten, sondern im Gegenteil aktiv gegen Irrglauben und Hinterwäldlertum vorgegangen wären.
Ich wage von mir jedenfalls nicht zu behaupten, dass ich mit dem eingeschränkten geistigen Horizont der vergangenen Generationen alles durchschaut und mich gewehrt hätte.

Und auch, wenn ich mich heute prinzipiell eher als kritischen Einzelgänger denn als Opportunist und Mitläufer bezeichnen kann - wer sagt mir, dass ich diese Haltung auch ohne das Aufwachsen in einer Gesellschaft mit freier Meinungsäußerung, Aufklärung durch weitgehend unabhängige Medien und die Freiheit, mir diese Gedanken überhaupt leisten zu können, so entwickelt hätte.
Heute ist es für uns in der "ersten Welt" einfach, sich ein Bild von Zusammenhängen und Geschehnissen um einen herum zu machen. Wenn man jedoch täglich von gefilterter Propaganda und mehr oder weniger begeisterten Mitläufern umgeben ist und täglich in der Schule oder Uni mit Treuebekenntnissen zum System konfrontiert ist, fällt die Entwicklung einer kritischen Haltung schon bedeutend schwerer.

Diesen Punkt herauszustellen vermisse ich in so gut wie allen kritischen Publikationen zu Themen wie Unterdrückung, Terrorismus, oder Fanatismus.
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