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zum ursprüngliechen Artikel: Tagebuch eines Skandals
\Tagebuch eines Skandals\ ist ein \Oh!\- und \Ah!\-Erlebnis. Richard Eyres Romanverfilmung über die diffizile Beziehung zweier Lehrerinnen gibt den Schauspielern Raum. Judi Dench und Cate Blanchett nutzen ihn. Die Chemie stimmt, stimmt so gut, dass nicht nur eine gute Geschichte herausspringt, sondern sowohl für Haupt- als auch Nebendarstellerin eine Oscar-Nominierung. Meinung: Im großen und ganzen kann ich mich der Kritik von Claudia Nitsche anschließen. Die Oscarnominierungen der beiden Darstellerinnen Judie Dench und Cate Blanchett haben mich neugierig auf den Film gemacht. Aber ich war auch skeptisch. Ein Film, in dessen Mittelpunkt eine alte Jungfer steht- kann der wirklich spannend sein? Ja, er kann. So lautet jedenfalls mein Fazit. Allerdings ist er für mich kein Thriller. Eher eine eindringliche Charakterstudie zweier sehr unterschiedlicher Frauentypen: einer alten Jungfer und einer versponnenen jungen Frau. Beide suchen ihr Glück auf unterschiedliche Weise. Die beiden Frauencharaktere stehen kompromisslos im Mittelpunkt der Geschichte. Daneben verblassen alle übrigen Filmfiguren. Das sexuelle Verhältnis zwischen Lehrerin und pubertierendem Schüler und die "Folgen" für den Schüler werden psychologisch nicht ausgeleuchtet, sind am Ende nicht einmal mehr eine Erwähnung wert. Der Film handelt von einer unheimlichen Inbesitznahme. Wie eine Schlange beobachtet die alte Jungfer Judie Dench ihr scheinbar harmloses Opfer Cate Blanchett, ohne ihr Interesse zu erkennen zu geben. Doch als sie die Gelegenheit für gekommen hält, schnappt sie unerbittlich zu. Dench ist ein Opfer ihrer eigenen Einsamkeit. Doch es fällt schwer, Mitleid mit ihr zu empfinden. Sie ist gnadenlos Besitz ergreifend, duldet bei ihrer "Freundin" keine sozialen Bindungen außer der zu ihr. "Tagebuch eines Skandals" ist eine gruselige Geschichte. Das Grauen versteckt sich hinter dem Alltäglichen - und geht dadurch unter die Haut. Tagebuch eines Skandals ist ein Film für Frauen und Männer, die Sinn für den subtilen Grusel und großartige Schauspielleistungen haben. Sehr zu empfehlen! |
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