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Princesas
Fernando León de Aranoa ist ein bewundernswerter Mann. Der Regisseur schafft es immer wieder, dem tristen spanischen Alltag mit all seinen modernen Problemen, mit den real existierenden Sorgen und Nöten, mit der Perspektivlosigkeit und den aussichtslosen Kämpfen gegen das soziale Elend ein Fünkchen Hoffnung zu entlocken. Ein Fünkchen, dass schon den entlassenen Werftarbeitern in \Montags in der Sonne\ (2002) der Arbeitslosigkeit zum Trotz ein Lächeln auf die eigentlich wütenden Gesichter zauberte. Nun sind es \Princesas\, Prinzessinnen, denen der Spanier einen melancholischen Optimismus gönnt, der jedes Herz erwärmt.
Meinung:
Bei einem Film über Huren steht immer die Befürchtung eines sozialpädagogischen Zeigefinger-Films im Raum. Die nimmt einem dieser spanische Film bereits mit der ersten Szene. Eigentlich geht es um den täglichen Existenzkampf von Menschen ohne regelmäßiges Einkommen, die Konkurrenzsituation zu jungen, billigeren Immigrantinnen - die spezielle Situation der Prostitution wird eigentlich eher am Rande behandelt. Sicher ist etwa "Lilja 4-ever" der weitaus erschütterndere Film, aber dieser hat auch seine Vorteile: man sieht viel von den weniger glanzvollen Seiten von Madrid, man sieht das kleinbürgerliche Leben in Wohnsiedlungen und auch, wie schwierig es für Huren ist Liebesbeziehungen jenseits ihrer Szene einzugehen. Sicherlich kein Feelgood-Movie, aber ein lohnenswerter Film, nach dem man mehr weiß als vorher.