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WUT - Der Film

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Alt 06.08.2011, 23:01
das letzte Einhorn das letzte Einhorn ist offline
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Standard WUT - Der Film

Handlung

Das Filmdrama spielt in Berlin-Tempelhof und beschreibt die Eskalation eines Konflikts zwischen einer Familie des Bildungsbürgertums und einem türkischstämmigen Jugendlichen. Daneben thematisiert der Film das Scheitern der Kommunikation sowohl innerhalb der deutschen als auch der türkischen Familie.
Der angehende Literaturprofessor Simon Laub und seine Frau Christa, Immobilienmaklerin, ermöglichen ihrem Sohn Felix ein Leben in Wohlstand und Bildung. So ist Felix ein begabter Cellospieler. Zum Bekanntenkreis des sensiblen und schöngeistig veranlagten Bürgersohns gehört Can, der Leithammel einer Straßenbande, dem er regelmäßig Marihuana abkauft. Als Sohn eines Gemüsehändlers ist der junge Deutschtürke weniger gut gestellt und zeigt sich seinem wohlhabenden Freund gegenüber bisweilen neidisch und missgünstig. Als Cans Gang Felix seine neuen Markenturnschuhe „abzieht“ und der Junge barfuß nach Hause kommt, konstatiert Felix’ Vater ein Problem.
Simon Laub denkt nun, Can durch Zureden dazu bewegen zu können, seinen Sohn in Ruhe zu lassen. Durch ein Gespräch mit Cans Vater verspricht er sich, die Situation endgültig zu bereinigen. Felix ist gegen die Einmischung seines Vaters und behauptet, kein Problem mit Can zu haben. Can bringt schließlich auch wirklich die Schuhe zurück, trumpft dabei aber überheblich auf und lässt kein Bedauern erkennen. Felix' Vater entgegnet: „Sagen wir, Sie hatten die Schuhe zum Putzen“.
Schritt für Schritt setzt sich hiernach eine Rache- und Gewaltspirale in Gang. Vater Laub fühlt sich durch die immer bedrohlicher werdenden Attacken des präpotenten jugendlichen Türken in die Enge getrieben. So platzt Can in eine Vorlesung und stellt den Literaturdozenten bloß, indem er ihn und die Studenten fulminant anpöbelt und dabei auch die ihm bekannt gewordene Beziehung Laubs zu einer seiner Studentinnen öffentlich macht. Der angegriffene Wohlstandsbürger Simon Laub ergreift immer drastischere Gegenmaßnahmen: So zeigt er Can wegen Körperverletzung und Drogenhandel bei der Polizei an, übt darüber hinaus aber auch Selbstjustiz und lässt ihn von einem Freund zusammenschlagen. Can wird nach der polizeilichen Hausdurchsuchung von seinem Vater verstoßen. Felix sieht derweil Can weiterhin als seinen Freund an und versucht in einer schwierigen Gratwanderung, einen Standpunkt zwischen den beiden Streithähnen zu finden. Stolz und Arroganz der Kontrahenten stehen einer konstruktiven Lösung jedoch im Weg.
Der Konflikt mündet in einer Katastrophe, nachdem Can sein Leben zerstört sieht und mit einem Messer und einer Pistole bewaffnet ins Haus der Laubs einbricht. Er schlägt Felix’ Vater zusammen und knebelt die Mutter. Als Felix, von Can unbemerkt, ins Wohnzimmer tritt und seine Eltern wehrlos vorfindet, greift er die auf dem Küchentisch liegende Pistole und richtet sie gegen Can. Can entreißt sie ihm jedoch. Das Messer an Felix Kehle gesetzt, fordert er nun Vater Simon auf, entweder seine Frau oder sich selbst mit der Pistole zu erschießen. Simon richtet Cans Waffe gegen sich selbst und drückt zitternd ab: jedoch ist sie nicht geladen. Can verlässt nun, die Familie beschimpfend, das Wohnzimmer. Wutentbrannt folgt ihm Felix' Vater. Er greift den Türken hinterrücks an und tötet ihn beim Kampf im hauseigenen Swimmingpool durch Genickbruch. Laub weint hemmungslos, nachdem er die Leiche des Jugendlichen aus dem Wasser geborgen hat.





Informationen zum Film [Bearbeiten]

Gedreht wurde Wut im Herbst 2005 in Berlin.
Oktay Özdemir („Ich hätte auch gern den Felix gespielt“) spielt den Jugendlichen Can, der Professorensohn Felix Laub wird von Robert Höller dargestellt. August Zirner und Corinna Harfouch sind in den Rollen seiner Eltern zu sehen.
Der Produktionsfirma Colonia Media, die Wut für den WDR produzierte, stand – für späte Sendetermine unüblich – ein größeres Budget zur Verfügung, weil die Produktion ursprünglich für die Hauptsendezeit angesetzt war.
Das Drehbuch von Max Eipp galt schon vor seiner Verfilmung als äußerst heikler Stoff und wurde deshalb von Fernsehverantwortlichen mehrfach abgelehnt. Der ursprüngliche Schreibanlass war ein eigenes Erlebnis des Autors aus dem Bereich Jugendgewalt, welches er im Drehbuch dramatisch zuspitzt.
Bei dem Fernsehfilm handelt es sich um ein um Realitätsnähe bemühtes Filmdrama. Die Dramaturgie des Filmes folgt von Beginn an der erzählten Rache- bzw. Gewaltspirale und lässt dabei deutlich Anleihen an der Struktur und Rhetorik der Novelle Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist (nicht zufällig Gegenstand der Antrittsvorlesung Simons) erkennen. Vorherrschend ist ein episodenhafter Aufbau: Während eine Sequenz die Aktion zeigt, zeigt die nächste oft ohne Umschweife die Reaktion bzw. Gegenaktion, wodurch die Handlung ein großes Tempo erhält. Die Schauplätze sind dabei abwechselnd den entgegengesetzten Milieus der Protagonisten zuzuordnen. Was in den Zwischenzeiten geschieht, bleibt im Detail im Unklaren, lässt sich aber grob aus dem Gezeigten erschließen. So wird z. B., nachdem zu sehen war, wie Can in seiner Wohnung verhaftet wird, gezeigt, wie Cans Gang Felix auflauert. In der nächsten Einstellung finden Felix’ Eltern ihren Sohn bewusstlos und verletzt vor der Haustür. Völlig unklar bleibt dagegen durch die episodenhafte Erzählstruktur, ob Felix und Can in derselben Gegend wohnen, vielleicht sogar auf dieselbe Schule gehen, oder sie in völlig unterschiedlichen Stadtteilen aufwachsen und nur Felix’ Drogenkonsum die beiden immer wieder zusammenführt. Der Film zeigt zudem so gut wie keine Motive für die Handlungen, sondern vornehmlich die Handlungen selbst, und lässt dadurch viel Raum für eigene Interpretationen des Zuschauers.
Die Filmerzählung weist dabei durchweg eine merkwürdige Fokussierung auf die Hauptdarsteller auf: mit Felix, seinen Eltern (inklusive ihrer beiden Verhältnisse), Can und dessen Vater ist das Repertoire an nicht nur schemenhaft gezeichneten Figuren bereits komplett. Außer Cans Jugendbande erscheinen zum Beispiel keine weiteren Jugendlichen, z. B. Mitschüler oder Freunde von Felix, und selbst Cans Gangmitglieder, obwohl sie häufig zu sehen sind, werden in keiner Weise charakterisiert.
Äußerlich ist der Film an einer kommerziellen Spielfilmästhetik orientiert, benutzt teilweise verfremdende Effekte wie Slowmotion, lässt aber auch zeitweilig Einstellungen wie Dokumentaraufnahmen erscheinen. Neben der deutschen Sprache sind auch türkische Ausdrücke und Dialoge zu hören, die aber nur untertitelt werden, sofern es für das Verständnis der Handlung unbedingt notwendig ist. Die Sprache der jugendlichen Rollen spiegelt dabei den tatsächlichen Code unter Halbwüchsigen auf der Straße wider. Eine Besonderheit in dem auch ansonsten realistisch erzählten und chronologisch strikt auf das Ende zusteuernden Film, der auf motivklärende Stilmittel wie innerer Monolog oder Rückblende verzichtet, ist eine kurze Traumsequenz des Simon Laub.
Die knapp gehaltene musikalische Untermalung des Filmsoundtracks spiegelt wie die Dramaturgie den Gegensatz zwischen den beiden Familien wider: Sie reicht von türkischer Folklore über deutschsprachigen Hip-Hop deutsch-türkischer Rapper (der auch von Felix gehört wird) bis hin zu klassischer Musik von Schubert.


FSK (freigegeben ab): 16



Persönliche Meinung:

Der Film ist sehr heftig und für Kinder nicht geeignet. Wir haben uns den Film in der Schule im Unterricht angeschaut (angefangen im Büwi unterricht und aufgrund des Themas im Politikunterricht fortgesetzt)!
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