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Anmeldungsdatum: 05.11.2004
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Moon 44
(D 1988, R: Roland Emmerich, D: Michael Paré, Lisa Eichhorn, Dean Devlin u.a.)
Fahrkarte nach Hollywood
(tsch) Der "Spielberg aus Sindelfingen" wurde hierzulande in den frühen Jahren eher belächelt denn ernst genommen. Dabei ist Roland Emmerich inzwischen in Hollywood einer der beliebtesten Exportschlager Deutschlands. Doch zuvor versuchte er in Deutschland, seine Vision vom Bilderkino umzusetzen, auch um sich für größere Aufgaben in den USA zum empfehlen. Dabei kam unter anderem das Science-Fiction-Spektakel "Moon 44" heraus, ein Film, der für die damaligen deutschen Verhältnisse eigentlich undenkbar war und Emmerich als Fahrkarte nach Hollywood diente.
Irgendwann in der Zukunft sind die Bodenschätze auf der Erde erschöpft, intergalaktische Förderkonzerne weichen auf Rohstoffmonde aus, die gnadenlos ausgebeutet werden. Da Regierungen scheinbar nicht existent sind, liegt alle Wirtschafts- und Waffengewalt bei den Konzernen. Nachdem ein paar Förderroboter abhanden kommen, soll Spezialagent Felix Stone (Michael Paré) deren Verschwinden aufklären. Zusammen mit einer wilden Bande Knastbrüder, die Moon 44 als Kampfpiloten vor Überfällen schützen sollen, fliegt er als Straftäter getarnt auf den unwirtlichen Rohstoffmond und ist bald in einem Netz aus Korruption, Gewalt und Misstrauen gefangen.
Als wäre sein Auftrag nicht schon heikel genug, entbrennt zwischen den Knastpiloten und dem jugendlichen Bodenpersonal ein blutiger Machtkampf. Die Story ist so simpel wie vorhersehbar. Das Potenzial, dass dennoch in den spannungsgeladenen Konstellationen liegt, verpufft allerdings in den Explosionen der Special-Effects-Schmiede. Dabei hätte man der düsteren und bedrohlichen Zukunftsvision auch in einem Actionstreifen mehr Beachtung schenken dürfen. Aber explodierende Hubschrauber und Raumschiffe reichen Emmerich völlig aus. Durch das Getöse knallender Spezialeffekte wird der Film allerdings nicht spannender.
Dafür sind Schwächen des Drehbuchs, holprige Dramaturgie, schmerzhafte Dialoge und hölzerne Schauspieler zu präsent und ersticken jeden Spaß mit dem Mief eines Provinzspektakels. Da tröstet nicht einmal das Wissen, dass sich kein deutscher Regisseur mit so viel Hingabe dem Popcorn-Kino verschrieb wie Emmerich und dass sein Kino ein Kino der Effekte sein soll. Ziel: vor allem anderen die Lust des Publikums auf visuell atemberaubende Unterhaltung befriedigen.
Emmerichs "Moon 44" liegt nun auf DVD vor und ist auch technisch nur zur Hälfte genießbar. Zwar ist die Bildqualität durchaus ordentlich und weist lediglich beim Kontrast ein paar Mängel auf, der Ton jedoch ist gewöhnungsbedürftig. In der englischsprachigen Originalfassung werden die Dialoge sehr dumpf und breiig wiedergegeben und sind gar nicht oder nur schwer verständlich. Bei der deutschen Synchronfassung kommt man vom Regen in die Traufe: lieblos overdubbed, hören sich die Menschen wie blecherne Sprechmaschinen an. Da wirkt die ansonsten gute Abmischung der Toneffekte nur wie ein schwacher Trost. Auch bei den Extras wurde fleißig gespart, bis auf eine ausgiebige, aber kritiklose Dokumentation über Roland Emmerich und einige Trailern gibt es keine Sonderausstattungen.
Andreas Fischer
Genre: Science Fiction
Regionalcode 2
Bild von: Kinowelt
Eintrittskarte ins große Hollywood: Roland Emmerich inszenierte 1988 "Moon 44", der nun auf DVD zu haben ist.
Genre: Science Fiction Vertrieb: Kinowelt
Studio: Kinowelt
Bildformat: 2.35:1 (anamorph) Tonsystem: Dolby Digital
Sprachen: Deutsch (2.0), Englisch (2.0)
Untertitel: Deutsch
Extras: "Master of Desaster: Roland Emmerich - Eine Hollywood-Karriere"; Trailer
FSK: 16 Laufzeit: 96 Min.
Preis: ca. 20 Euro VÖ: erschienen
EAN Code: 4006680031873
Bewertung
Filmbewertung: ausreichend Bild: gut
Ton: befriedigend Extras: ausreichend
Weitere Infos unter:
Fanseite Roland Emmerich
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