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   Der schwere Weg zur Kultur - Erinnerungen an Laurel u. Hardy

    
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  Titel: Der schwere Weg zur Kultur - Erinnerungen an Laurel u. Hardy Verfasst am: 30.11.2004, 01:01   
 
Yoghurt

 

Yoghurt
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Der schwere Weg zur Kultur ARTE
23.12.2004
20.45 Uhr

Erinnerungen an Laurel und Hardy - als Lektüre und im Fernsehen

(tsch) 21 von insgesamt mehr als 70 Kapiteln sind in dem aktuellsten und wahrscheinlich besten deutschen Buch, das je zu Laurel und Hardy geschrieben wurde, unter einer ganz wunderbaren Überschrift zusammengefasst. Sie lautet: "Die zweite Welle oder Laurel und Hardys langer Marsch durch die Kindervorstellungen zur künstlerischen Anerkennung." Es ist nicht mehr mit Sicherheit zu sagen, warum das beste Komiker-Duo aller Zeiten in Deutschland den reichlich platten Beinamen "Dick & Doof" erhielt. Sicher ist: Er beschreibt die Kunst von Stan Laurel und Oliver Hardy unzureichend, ja geradezu infam verkürzend. Mag "Dick" noch seine Richtigkeit haben, "Doof" ist ganz sicher falsch.

"Das Dick und Doof Buch" heißt die 576 Seiten umfassende Veröffentlichung des Schüren-Verlags ebenso schlicht wie in gewisser Hinsicht mutig, macht doch auch der Autor Norbert Aping immer wieder deutlich, dass diese Spitznamen der beiden Komiker ihrer Leistung nicht gerecht werden. Doch es geht um Laurel und Hardy in Deutschland, ihre Vermarktung, das Verhackstücken ihrer Filme und die zunehmende Entwicklung von schnöder Komik hin zum Teil der Humor-Kultur.

1956 kauften Leo Kirch und Hans Andresen nahezu alle kurzen Tonfilme von Laurel und Hardy, 1961 startete das Fernsehen die Serie "Es darf gelacht werden", später folgte das ZDF mit einer eigenen Vorabendreihe sowie der Präsentation von insgesamt 21 Spielfilmen (ab 1975). Es folgten die Vermarktung auf Video und zuletzt eine mehr als ansehnliche Umsetzung der Filme auf DVD, die damit nicht nur in Originalfassung der Allgemeinheit zur Verfügung standen, sondern auch technisch aufpoliert und mit reichlich Zusatzmaterial versehen wurden.

So kommt wieder etwas Ordnung zurück in das Gesamtwerk der beiden Komiker, das in den Jahrzehnten zuvor doch arg gelitten hatte. Unzählige Filme waren zerschnitten und neu zusammengefügt worden. Verleih- und Sendetitel wechselten immer wieder. Um den Überblick zu behalten, bedurfte es eines großen Rechercheaufwands, den Norbert Aping denn auch für sein Buch betrieb. Er zeichnet darin nicht nur die Geschichte des Duos nach, sondern gibt auch einen Überblick über sämtliche Kurz- und Langfilmfassungen, Trailer sowie Filmausschnitte. Eine mehr als beachtliche Fleißarbeit, und es mag der immer währenden Faszination für Laurels und Hardys unvergängliche Kunst zu verdanken sein, dass der Autor hier nicht irgendwann die Lust verlor.

Passend zur Buchveröffentlichung hat nun auch das Fernsehen wieder einmal Oliver Hardy und Stan Laurel entdeckt. Der Kulturkanal ARTE zeigt von Donnerstag, 23.12., an zwölf lange und kurze Filme des Duos. Eröffnet wird der Reigen durch "Fliegende Teufelsbrüder" (1939, 20.45 Uhr), einen Film, der 1950 nach Deutschland kam und damals "Die fliegenden Teufel" hieß. Später dann wurde der Titel in "Fliegende Teufelsbrüder" geändert, was jedoch allzu verwirrende Parallelen zu einer weiteren Komödie von Dick und Doof aufwies, die den Titel "Die Teufelsbrüder" trug. Den wiederum ließ Kabel 1 noch 2003 als "Dick und Doof als Rekruten" laufen. Geschichten wie diese könnten unzählige erzählt werden.

Am 23.12. um 21.50 Uhr schließt sich bei ARTE der Kurzfilm "Ihr erster Fehler" (1932) an, bisher stets nur unter dem Originaltitel "Their First Mistake" bekannt. Um 22.15 Uhr folgt "Vom Wahnsinn umzingelt", ein Kurzfilm aus dem Jahr 1929.

Um 20.45 Uhr am Montag, 27.12., steht einer der bekanntesten Langfilme der beiden an: "Die Wüstensöhne" entstand 1933 und wird bei ARTE im Zweikanalton gezeigt. Im Anschluss daran sind die Kurzfilme "Fleißige Hände" (1933, 21.45 Uhr) und "Ihre Sternstunde" (1928, 22.05 Uhr) im Programm. Der Langfilm "Im Wilden Westen" (1937) eröffnet am Mittwoch, 29.12., um 22.25 Uhr den Abend, gefolgt von dem kurzen "A Lucky Dog" (23.30 Uhr). Eine dreiminütige Rarität ist der Trailer von "Hinter Schloss und Riegel (Original: "Pardon Us", 1931), den ARTE um 23.50 Uhr ausstrahlt. Darin sprechen Laurel und Hardy deutsch.

1936 entstand der Langfilm "Die lieben Verwandten" (Donnerstag, 30.12., 20.45 Uhr), drei Jahre zuvor der Einakter "Schmutzige Arbeit" (21.55 Uhr). Den Abschluss des Programmschwerpunkts bildet schließlich ein sehr kurzes Filmdokument (22.15 Uhr), das die beiden Schauspieler in ihrem privaten Umfeld zeigt.

Auch Kabel 1 hat zu Weihnachten Laurel und Hardy neu entdeckt: Am Sonntag, 26.12., steht um 12.55 Uhr "Dick und Doof in der Fremdenlegion" auf dem Programm, genau jene Produktion, die ARTE als "Fliegende Teufelsbrüder" zeigt. Was bei ARTE neutral betitelt ist, wird beim Privatfernsehen also stets, wohl der besseren Erkennbarkeit geschuldet, als "Dick und Doof ..." angeboten. Um 14.05 Uhr folgt "Dick und Doof im Wilden Westen" (1937), der im Fernsehen auch schon mal "Im fernen Westen" und "Zwei ritten nach Texas" hieß. Was für ein Durcheinander. Kaum anzunehmen, dass die Perfektionisten Stand Laurel und Oliver Hardy das alles sonderlich komisch gefunden hätten.

Kai-Oliver Derks

Bild von: ARTE F / Lobster/DR
"Fliegende Teufelsbrüder": Ollie (Oliver Hardy, links) und Stanley (Stan Laurel) stecken mal wieder in der Klemme: Die Flucht aus dem Gefängnis endet vorzeitig in einem Weinkeller.





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