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   28.12. ARD: Vom Suchen und Finden des Glückes (vierteilige D

    
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  Titel: 28.12. ARD: Vom Suchen und Finden des Glückes (vierteilige D Verfasst am: 25.11.2005, 21:32   
 
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  • Vom Suchen und Finden des Glückes

    (tsch) Fortune, felicidad, luck, mutluluk. Ob in Frankreich, Spanien, England, der Türkei oder hier in Deutschland, es ist, bei aller Miesmacherei, allgegenwärtig: das Glück. Ob ein vierblättriges Kleeblatt oder das Hufeisen, eine dreifarbige Katze oder einfach nur ein liebes Wort - all das soll Glück bringen, und es ruft zumindest ein subjektives Wohlbefinden hervor. Aber was ist das überhaupt genau, dieses Glück? Ein Gefühl gewiss. Oder mehr? Filmemacherin Annette Dittert wollte fernab des pessimistischen Deutschlands ganz genau erfahren, was es mit dem Glück so auf sich hat. Mit einem Team zog sie am Wendekreis des Krebses entlang, um eine Reisereportage der anderen Art zu produzieren. Statt nur auf ferne Landschaften zu blicken, nahm sie sich Menschen aus Hawaii, Mali, Kalkutta und China an und befasste sich mit deren Schicksal. Nun erzählt sie in einer vierteiligen ARD-Reihe vom "Abenteuer Glück". Los geht's am Mittwoch, 28.12., 21.45 Uhr.

    Ein arabisches Sprichwort besagt: "Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenstrauch Rosen trägt." Es triumphieren offenbar die Dornen in Deutschland. Pessimismus verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Das Glück scheint sich in einer Höhle verkrochen zu haben. "Die meisten Menschen der Welt wären glücklich, wenn es ihnen so schlecht ginge wie den Deutschen", stellte schon Wolf Biermann fest. Einige dieser Länder, um die Fortuna augenscheinlich einen Bogen gemacht haben muss, bereiste Annette Dittert. Zusammen mit ihrem Team machte sich die WDR-Autorin auf zu verschiedenen Breitengraden. Ihr "Ordnungsprinzip" leitete sie zum Wendekreis des Krebses, an dem Hawaii, Mali, Kalkutta und China einen gemeinsamen Nenner finden.

    "Wir wollten eine andere Weihnachtsauslandsreihe machen, jenseits einer üblichen Reisereportage. Es sollen Menschen und nicht nur Landschaften gezeigt werden - man soll ihnen näher kommen", sagt Annette Dittert über die Ambition ihrer vierteiligen Reportage. So trifft sie auf unterschiedliche Menschen, die alle etwas gemeinsam haben: Die Suche nach dem Glück. So individuell sie sind, in dieser Hinsicht scheinen fast alle konform zu sein.

    Die Erkenntnis, dass Geld und Wohlstand nichts mit dem Empfinden des Glückes gemein haben, hatte die 44-Jährige schon vor ihrer Reise. Dennoch prägte sich diese noch tiefer ein, als sie die Protagonisten in ihrem Alltag begleitete und näher kennen lernte. Sie nahm sich auf Hawaii einer jungen Frau an, die sich auf die Rückkehr ihres Freundes aus dem Gefängnis freute. Augenscheinlich hat sie es nicht leicht, sich alleine mit einem kleinen Kind durchzuschlagen. Dennoch lässt sie sich nicht unterkriegen und glaubt fest an Fortuna: "Glück ist nichts, was man erzwingen kann. Es passiert einfach, man muss es nur wahrnehmen, wenn es da ist", lautet das Credo der Frau.

    Die Philosophien hinter den Glücksdefinitionen variieren freilich, je nach kulturellem, sozialem oder religiösem Background. Die ARD-Korrespondentin erfuhr von einem hawaiianischen Heiler, dessen feste Überzeugung ganz einfach so lautet: "Glück ist Geben. So kann man mit der Welt und sich im Reinen sein." Ein Taxifahrer in Kalkutta indes sieht sein Glück im Dienen und Zuhören. Das Trocknen von Tränen gehört zu seinen Aufgaben wie das Verladen der Koffer. Ein kleiner Junge, der sich seinen Weg aus einem Dorf in eine Großstadt gebahnt hat, um dort Geld für sich und seine Familie zu verdienen, findet: "Glück ist, wenn man jemanden gefunden hat, den man mag." Trotz seiner großen, traurigen Augen merkt man, dass er offen ist. Offen dafür, das große - oder in seinem Fall das kleine - Glück zu empfangen.

    "Ich wollte Menschen anders zeigen, ihre inneren Beweggründe, ihr Suche nach dem Glück. Jeder hätte gerne Glück." An Zufall, Schicksal oder Vorbestimmung glaubt die TV-Journalistin nicht. "Zu Glück gehört Disziplin. Man muss in dem Zustand bleiben, den man gerade wahrnimmt. Man muss seine eigene Haltung zur Welt überdenken - dann kann man das Glück empfangen und halten." Indische Mädchen tanzen das Glück. Durch eine festgelegte Figur drücken sie, die in eine höhere Kaste geboren wurden, ihre Empfindungen aus. "Sie müssen irdische Belastungen von sich abstreifen, sich frei machen und wirklich in der Gegenwart bleiben, das hat etwas mit Glück zu tun", erklärt Annette Dittert. Sie sah den jungen Tänzerinnen lange zu - ganz ruhig und entspannt, wie sie betont.

    "Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich." Hermann Hesse äußerte das, was nun auch Annette Dittert, die ehemalige Programmleiterin des "ARD-Morgenmagazins", betont. "Für das Glück müssen nur die Grundbedürfnisse der Freundschaft und Liebe erfüllt sein." Über das Empfinden des Glücks - das Wort wurde übrigens vom mittelniederdeutschen "Gelucke" abgeleitet - herrscht Zwiespalt, nicht nur zwischen den einzelnen Erdteilen und Gesellschaftsschichten. So konnte laut Aristoteles ein Mensch das Glück erst durch materielle Zuwendungen erlangen, während Epikur die Auffassung vertrat, durch asketische Haltung der Zufriedenheit, dem Frohsinn und Glück näher zu kommen.

    Das Problem der Glücksempfindung der westlichen Welt sieht Annette Dittert, die die letzten Jahre in Polen verbracht hat, darin: "Neid und Eifersucht machen kaputt. Vergleichen ist Gift." Zwar sei die Gesellschaft in Ländern wie Indien rabiat und manchmal rücksichtslos, dennoch nehmen die Menschen dort das Glück eher an, als die Deutschen. "Versäume nicht das kleine Glück, um auf das Große zu warten" - die Gefahr besteht in der westlichen Welt, und das könnte auch als Resümee unter den bemerkenswerten Reportage-Filmen stehen. Die TV-Journalistin sagt schließlich: Das Projekt habe sie glücklich gemacht, weil ihr überraschende Einblicke in das Leben fremder Menschen gewährt wurden. Nun sei sie tatsächlich reicher an Erfahrung und gelassener: "Das macht glücklich!" - Die außergewöhnliche Reihe läuft vom 28. bis 30. Dezember täglich sowie am Montag, 2. Januar, um 21.45 Uhr, im Ersten.

    Riccarda Fuchs
    Auf der Suche nach dem Glück fand sich Autorin Annette Dittert in China wieder. Eine junge Schauspielerin der Wanderoper macht sich hübsch für die Aufführung und erlebt das
    Auf der Suche nach dem Glück fand sich Autorin Annette Dittert in China wieder. Eine junge Schauspielerin der Wanderoper macht sich hübsch für die Aufführung und erlebt das "Abenteuer Glück". (Foto: WDR / Filmquadrat)

    Im ersten Teil des Dokumentarfilmes
    Im ersten Teil des Dokumentarfilmes "Abenteuer Glück" sucht Annette Dittert das Glück auf Hawaii. Tausende reisen jährlich an, um eine Hochzeit in traumhafter Kulisse zu erleben. (Foto: WDR / Filmquadrat)

    Der zweite Teil von
    Der zweite Teil von "Abenteuer Glück" erzählt von Diko und seiner Familie in Mali. Sie sind auf dem Weg in das Wüstendorf Araouane. (Foto: WDR / Filmquadrat)


    "Abenteuer Glück" in Kalkutta zeigt den zwölfjährigen Hussein (Mitte), der von seinem Onkel (rechts) in die Großstadt geholt wurde. Nun verdient er sein Geld als Rasselspieler in derMahboob-Band. Vollständiges Glück erhofft er sich davon, eines Tages Trompete spielen zu dürfen. (Foto: WDR / Filmquadrat)




      Titel: Glück ist lernbar Verfasst am: 13.03.2006, 09:27   
     
    Felititas

     

    Felititas
    Gast



     



    Die Filme waren wunderschön. Das erinnert mich immer an meine eigenen Suche nach dem Glück. Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema. Habe einige Bücher darüber gelesen. Langsam bekomme ich eine Ahnung wie das funktioniert. Ich bin überzeugt davon, dass Glück lernbar ist. Zumindest die geistige Einstellung dazu. Wunderschön sind die Bücher des Dalai Lama dazu. Vor ein paar Tagen stieß ich auf eine Internetplattform, wo es um dieses Thema geht: "www.gluecksnetz.de".

    Ich finde, das Thema Glück suchen und finden gehört in die Schulen. Die Filmserie sollte man Schulen kostenlos zur Verfügung stellen. Warum werden so tolle Filme gemacht und anschließend verschwinden die in den Archiven? Du das mit unseren Rundfunkgebühren!



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