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   26.3. ARD: Liebesluder, von Detlev Buck

    
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  Titel: 26.3. ARD: Liebesluder, von Detlev Buck Verfasst am: 25.02.2006, 15:42   
 
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    (tsch) Promi-Luder, Party-Luder, Boxen-Luder: Das Ludertum erlebt - nicht zuletzt dank der deutschen Boulevardpresse - eine Renaissance in diesem Land. Aber was ist ein Luder überhaupt? Nach der Meinung von "Bild"-Zeitung und Co. verbirgt sich dahinter so eine Art sexuelle Ich-AG. Die ursprüngliche Bedeutung ist eine andere: Ein Luder ist, so sagt's das Lexikon, eine "waidmännische Bezeichnung für ein totes Tier, das als Köder dient". Wenig schmeichelhaft für die Damen. Mavie Hörbiger dagegen ist ein "LiebesLuder" - wer wissen möchte, was das nun wieder bedeuten soll, muss schon den gleichnamigen Film sehen.

    In der Kleinstadt Meschede brodelt es. Der Neuankömmling, die schicke Studentin Ina (Mavie Hörbiger), verdreht einigen Männern den Kopf und nutzt die Hormone zu ihrem Vorteil. Sie täuscht vier Herren vor, dass sie von ihnen schwanger sei und stellt Geldforderungen.

    Unter den Geprellten ist auch Banker Nase (Pierre Besson). Er steht kurz vor der Hochzeit mit seiner Jugendfreundin Christine (Anke Engelke) und kann sich die Erpressung nicht gefallen lassen. Einmal die niedrigsten Triebe geweckt, nimmt das Unheil seinen Lauf.

    Regisseur Detlev Buck war immer wieder für eine Überraschung gut. Mit "LiebesLuder" wandelte er Ende 2000 auf Claude Chabrols Spuren und widmete sich den Abgründen des Bürgertums. Bei der Besetzung zeigte er sich einfallsreich und gab Ulknudel Anke Engelke (ab Montag, 20. März, feiert sie auf SAT.1 mit der Serie "Ladyland" ihr Comedy-Comeback) eine Chance auf der großen Leinwand. Ihre Rolle: ein braves Frauchen, das sich den Mund verbieten lässt. Mavie Hörbiger brilliert indes genau gegensätzlich - als durchtriebenes, gewitztes Weibsstück: "LiebesLuder" bedeutete für sie den Durchbruch und ist gleichzeitig ihr bisher bester Film.

    Buck gelang eine schwarze Komödie, die teilweise etwas zu brav daherkommt. Pluspunkte sind die überraschenden Wendungen und die beiden starken Frauenfiguren. Die Idee mit der Frau, die mehreren Männern eine Vaterschaft vorgaukelt, hatte der "Komödienstadl" freilich schon vor 20 Jahren.

    Jochen Overbeck
    Liebesluder ARD 26.03.2006 00:15:00



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