Rassismus, Blut und Blasphemie
(tsch) Ein Diktator, der einem ungehorsamen Teenager die Zunge herausschneidet; Männer, die wahllos Menschen hinrichten oder auch der Ausspruch: "Er ist nicht der Messias. Er ist nichts weiter als ein unartiger Bengel" - das sind nur drei Szenen aus der Filmgeschichte, die für Aufsehen gesorgt haben. Die britische Tageszeitung "Guardian" hat nun eine Liste der zehn kontroversesten Filme zusammengestellt. Angeführt wird die Sammlung von dem 1975 veröffentlichten Film "Die 120 Tage von Sodom" von Regisseur Pier Paolo Pasolini. In Deutschland wurde er nach dem Kinostart 1976 in der Öffentlichkeit äußerst kontrovers diskutiert, von Staatsanwälten mehrfach beschlagnahmt und zeitweise ganz verboten. Pasolini entwickelte in einem diktatorischen Umfeld ein inhaltlich und filmisch ebenso entgrenztes wie streng ritualisiertes, an Dante erinnerndes System von "drei Höllenkreisen: der Leidenschaften, der Scheiße und des Blutes". Weitere gelistete Streifen sind unter anderen der rassistische Ku-Klux-Klan Lehrfilm "Birth of a Nation" (DW Griffith, 1915), der äußerst gewaltsame "Natural Born Killers" (1994) von Oliver Stone und Martin Scorseses "Die letzte Versuchung Christi" (1988). Hier sorgte vor allem eine kurze Liebesszene zwischen Jesus und Maria für Blasphemie-Vorwürfe. Mit der selben Anschuldigung wurde auch die einzige Komödie auf der Liste, "Monty Python's Life of Brian" (1979), konfrontiert.
|  Regisseur Oliver Stone schaffte es mit seinem Film "Natural Born Killers" in die Bestenliste der kontroversesten Filme. (Foto: Ubisoft)
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