Aufgewärmtes aus Gangsters' Paradise
Und Action: "Liberty City Stories" überzeugt trotz einiger Holprigkeiten bei der Umsetzung mit cooler Story, mächtig Stimmung und spannenden Kugelhageln.
(tsch) "GTA" ist der Baller-Knaller schlechthin. Bisher haute jedes Spiel der Reihe die Kritiker um - zum Schrecken der Eltern. Als das Gangsterepos vergangenes Jahr sein Heldheld-Debüt auf Sonys PSP gab, wurde es prompt zum Zugpferd der neuen Taschenspielerei. "Liberty City Stories" überzeugt immer noch mit brillanter Grafik und Mords-Spielspaß. Trotzdem komisch, dass das tragbare Gemetzel nun für die PlayStation2 erscheint. Der Coup der Erfolgsbastler von Rockstar Games, die die Mafiastory fast eins zu eins kopierten, schmeckt ein wenig arg nach Geldmacherei.
Der Plot ist eine geradlinige, aber spannende Geschichte des amerikanischen Traums auf Abwegen - vom Kleinkriminellen zum Paten, sozusagen. Protagonist des interaktiven Actionstreifens ist Toni Cipriani, der, nachdem er eine Weile wegen Mordes untergetaucht war, zurück in den Dienst von Salvatore Leone tritt. Für den Boss erledigt der Spieler zahlreiche Jobs, von denen jeder Hütern des Gesetzes ein Dorn im Auge wäre. Um die Karriereleiter empor zu klettern, wird also in klassischer "GTA"-Manier geraubt, erpresst, gemordet und was die Phantasie sonst noch alles zulässt.
Neben einem breiten Arsenal an Waffen warten massenhaft Autos geradezu darauf, geklaut zu werden - der Name der Reihe kommt schließlich nicht von ungefähr. Außerdem unterhalten unterschiedlichste Mini-Games vorzüglich, wenn die Lust auf obrigkeitshörige Aufträge einmal nachlässt. Wahlweise kann sich Toni auch auf Streifzüge durch die schier endlosen Straßen Liberty Citys begeben, um beispielsweise nach Extras zu suchen.
Alles schön und gut, aber: Grafisch erfüllt die PS2-Umsetzung nicht die Erwartungen. Obwohl an der Optik geschliffen wurde, kann das, was auf dem PSP-Display Maßstäbe setzte, auf dem Fernseher nicht vollends überzeugen. Ein weiteres Manko ist die Missionslänge. Angepasst an die kurzen Handheld-Spielzeiten gestaltete Rockstar Games die Abschnitte deutlich kürzer. Für PSP-Zocker mag dies ideal gewesen sein, der große Bruder ist jedoch nicht für Unterhaltung während einer Busfahrt konzipiert. Zudem lassen sich keine Helis und Flugezeuge steuern, die Autos nicht tunen, und Toni, der Held, kann weder klettern noch schwimmen. Davon abgesehen, reiht sich "Liberty City Stories" mühelos in die großartige Serie ein und ist für Fans ein Muss - zumal der Titel zum Budgetpreis von rund 30 Euro daherkommt.
Gregor Jossé |
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