Forever Mine - Eine verhängnisvolle Liebe
(tsch) Der abgebrannte Alan Riply (Joseph Fiennes) hat doppelt Pech: Erst verliert er seine Traumfrau (Gretchen Mol) an den schnöden Mammon - dann bekommt er es auch noch mit ihrem rachsüchtigen Ehemann (Ray Liotta) zu tun. Weil sie auf dessen Kohle nicht verzichten will, gesteht sie ihm den Seitensprung. Als der versucht, seinen Widersacher mit Gewalt auszuschalten, kommt es in Paul Schraders Thriller "Forever Mine - Eine verhängnisvolle Liebe" (1999), den das ZDF nun im Rahmen seiner Reihe "Sommernachtsphantasien" erneut ausstrahlt, zur Katastrophe.
In den USA lief gerade Schraders neuestes Werk "Dominion: A Prequel to the Exorcist" in den Kinos. Mit einem Einspielergebnis von kaum 240.000 Dollar ein weiterer gescheiterter Versuch, an große Tage ("Blue Collar" mit Harvey Keitel, "Hardcore" mit George C. Scott, beide 1978, "American Gigolo", 1980) anzuknüpfen. Schrader, der auch zu den besten Drehbuchautoren der Traumfabrik gehörte und es dank der Bücher zu Kultfilmen wie "Taxi Driver" und "Raging Bull" zu einiger Berühmtheit - durchaus ungewöhnlich für einen Schreiberling - brachte, konnte auf dem Regiestuhl kaum für größeres Aufsehen unter den Kritikern sorgen.
Für "Forever Mine" schrieb er das Buch und führte Regie. Ihm gelang immerhin eine solide und spannende, wenngleich konventionelle Dreiecksgeschichte, die aus den üblichen Zutaten - Liebe, Eifersucht und Hass - besteht. Schauspieler-Größen wie Ray Liotta ("Good Fellas") und Joseph Fiennes ("Shakespeare in Love", "Luther", zurzeit mit Franka Potente und Glenn Close für die Zola-Verfilmung "Thérèse Raquin" vor der Kamera), die Musik des "Twin Peaks"-Komponisten Angelo Badalamenti sowie der prominente Name des Regisseurs heben diesen Film aus der Masse heraus und verhindern, dass er in den Filmarchiven versauert.
Dabei wandelt sich "Forever Mine" ab der Hälfte vom reinen Liebesdrama zur Rachegeschichte à la "Graf von Monte Christo". Denn Riply (Fiennes) überlebt den perfiden Mordanschlag seines Widersachers Mark Brice (Liotta), taucht mit entstelltem Gesicht unter und als Mafia-Banker Manuel Esquema wieder auf. Als Brice in finanzielle Schwierigkeiten gerät, wendet er sich an Esquema, ohne zu wissen, wen er vor sich hat. Die Stunde der Rache scheint gekommen.
Auch Gretchen Mol ("Attraction") kann als Ella Brice, dem blonden Objekt der Begierde beider Männer, überzeugen, so dass das damalige Urteil von "epd-Film" schon in Ordnung geht: "Seit seinem Drehbuch zu Brian De Palmas 'Obsession' hat Paul Schrader wohl keine so wild romantische Geschichte mehr geschrieben."
Alexander Franck | Forever Mine - Eine verhängnisvolle Liebe ZDF 01.08.2005 22:15:00  Ella (Gretchen Mol) ist eine Blondine, die in Männern gleichzeitig Gier und Beschützerinstinkte weckt. (Foto: CLT - UFA)
 Alan (Joseph Fiennes) und seine große Liebe Ella (Gretchen Mol) stehen am Anfang ihrer Beziehung. (Foto: CLT - UFA)
 Alan (Joseph Fiennes) und Ella (Gretchen Mol) verbringen ihren einzigen unbeschwerten Tag am Meer. (Foto: CLT - UFA)
 Mark (Ray Liotta) lässt sich seinen Besitz nicht wegnehmen - das gilt auch für seine schöne, junge Frau (Gretchen Mol). (Foto: CLT - UFA)
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