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Manch einer sagt: „Fernsehen verblödet“, aber nicht alle. Dem Autor ist trotz Konsum besagter Sendungen ein prächtiges kleines Büchlein gelungen.
Das Buch zur Sendung:
Walter von Rossum: Meine Sonntage mit Sabine Christiansen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, 185 S., 8,90
Klappentext:
Allsonntäglich entfaltet sich ab 20 Uhr die neue deutsche TV-Dreifaltigkeit: Tagesschau, Tatort, Talk mit Sabine Christiansen. Nach den Mythen der Tagesschau (Staatsmänner, Kriege, Katastrophen, Sport) und den tröstlichen Gewissheiten des Tatorts (Alle haben Dreck am Stecken) sondiert Sabine Christiansen das Gesellschaftsterrain. Unerbittlich stellt sie Fragen, die in das Dunkel unserer Zukunft weisen. Es treten auf: die Lobbyisten und ihre Statthalter im Parlament. Multimillionäre warnen davor, dass es kurz vor zwölf sei. Aber, bitte sehr, man könne ja auch ins Ausland gehen. Politiker führen entschlossen das Drama der Sachzwänge auf. Die große Koalition der Dauerreformer gibt sich die Ehre. Fast noch wichtiger als das, was gesagt wird, ist, was systematisch nicht gesagt wird. Komplexe Themen werden dramatisch vereinfacht und fortan in diese Richtung öffentlich diskutiert. Insofern eignet sich diese Sendung wie keine andere, um zu begreifen, wohin die Deutschland AG steuert.
| Zitat: | | "In den Katastrophentalks, in denen die Wünsche der Chefetage ans Volk durchgereicht werden, tummelten sich voll versorgte, mit abstrusen Sondervergütungen und Subventionen gemästete Multimillionäre, Spitzenbeamte mit beträchtlichen Nebeneinkünften, die unaufhörlich und mit unerträglicher Dreistigkeit alles vom Staat verlangen." |
Der Autor
| Zitat: | | „Dieses Buch handelt weniger von meiner Liebe zu dieser Dame, sondern mehr von meinem Leiden an der sogenannten Medienrealität, die sie eher verkörpert als ich.“ |
Stimmen zum Buch:
| Zitat: | | Durch geschickte Manipulation wird dem Zuschauer suggeriert, dass es außerhalb der diskutierten Vorschlägen keine Wahlmöglichkeit gäbe. Dies geschieht einerseits durch die einseitige und manipulative Auswahl an Gästen, andererseits durch das geschickte Vorgaukeln einer kontroversen Diskussion. Der Zuschauer nimmt dabei nicht wahr, dass alle Diskussionsteilnehmer im Grunde genommen der gleichen Meinung sind. Entscheidend ist immer, dass eine bestimmte Grundrichtung, nämlich die Notwendigkeit von einschneidenden Reformen auf Kosten der Bevölkerung, im Kopf des Zuschauers verankert wird und dieser schließlich glaubt, dass es eben keine Alternativen gäbe. |
Quelle
MFG Rudi Ratlos
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