logo
Werbung;
Cineastentreff Kino Film Top-Filme Kino Film Best of Kino Film Die 10 besten Filme 2005, Plätze 6-10

Die 10 besten Filme 2005, Plätze 6-10

Die 10 besten Filme 2005, Platz 6-10

Wir haben uns entschieden: Der beste Film des Jahres ist Alexander Paynes Road Movie „Sideways“, für uns der bewegendste, menschlichste Film, der seit langem im Kino zu sehen war.
Auf Platz 2: der Drogenfilm „Maria voll der Dinge“. Regisseur Joshua Marston korrigiert den Mythos vom gequälten Drogenkurier, indem er die Heldin des Films ans Ziel ihrer Träume kommen lässt.
Platz 3 für den originellsten und spannendsten Horrorfilm seit einer Ewigkeit: „Saw“, ein unglaublich brutales Werk, aber eben auch ein intelligentes.
Hier unsere Top 10 des Jahres 2005, angefangen mit Platz 10.

Werbung;

 

Aber davor noch zwei kleine Filme, die es nur deswegen nicht in unsere Top 10 geschafft haben, weil 2005 ein ungewöhnlich guter Kino-Jahrgang war:

Ganz hervorragend war für uns jedenfalls auch „11:14“, ein Film, der sein Thema – unglückliche Zufälle führen zur großen Katastrophe – perfekt löst. Wer „Magnolia“ gesehen hat, erinnert sich an die Eingangssequenz: Kann das alles Zufall sein, fragt der Erzähler und lässt die Antwort im Raum entstehen: Nein. So auch hier. In einer Kleinstadt drehen Jugendliche langsam durch, machen hier was Verrücktes, dort was und am Ende treffen sich all die kleinen Gemeinheiten in der Mitte. Es gibt einen großen Knall, zwei Menschen sterben, einer wird kastriert, die anderen kommen ins Gefängnis, ein Vater bleibt traumatisiert zurück. Wie die Geschichte erzählt wird, atemlos, aus mehreren Perspektiven, wie in einem Strudel nimmt das Tempo stetig zu, das ist schlicht ganz große Filmkunst.

Erstklassig auch „My Summer of Love“, ein atmosphärisch einzigartiger Film über eine enttäuschte Freundschaft und Liebe. Zwei Mädchen werden zusammen erwachsen, die eine lügt, nicht so schlimm vielleicht, aber die andere verliert dadurch ihr Urvertrauen in die Welt. Ein wahnsinnig schöner Film, ganz ohne Makel, oder vielleicht einige Längen in der Mitte.

10. DUMPLINGS
Regie: Fruit Chan
Mit: Bai Ling, Miriam Lau, Tony Leung
Länge: 91 Min.
Ein inhaltlich provozierender (es geht um Verjüngung durch das Essen von abgetriebenen Föten) und dadurch aufklärender Film aus Hongkong (der übertriebene Schön-, Schlank- und Jung-Drang), spannend und mit einer neuen Bildsprache gefilmt, die ohne viele Worte sehr viel über die Charaktere und ihre Motive aussagt. Großartig!

9. FACTOTUM
Regie: Bent Hamer
Mit: Matt Dillon, Marisa Tomei, Lili Taylor
Länge: 94 Min.
Charles Bukowski hat einige der witzigsten und weisesten Bücher der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben. „Factotum“, Anfang der Siebziger geschrieben, gehört dazu. Der norwegische Regisseur Bent Hamer, der mit „Kitchen Stories“ bekannt wurde, hat es kongenial verfilmt. Da ist alles drin, was Bukowski-Romane ausmacht: die Komik, die Verzweiflung, die Leidenschaft und natürlich das Trinken und der Sex. Matt Dillon gelingt als Henry Chinaski die beste Leistung seiner Karriere.

8. MEERESFRÜCHTE
Regie: Olivier Ducastel, Jacques Martineau
Mit: Valeria Bruni-Tedeschi, Jean-Marc Barr, Gilbert Melki
Länge: 96 Min.
Frisch, fröhlich, frei – selbst diese etwas abgeschmackte Alliteration erhält neues Leben, hat man dazu die Bilder dieses gutgelaunten Ferien-am-Meer-Films vor Augen. Frisch, weil „Meeresfrüchte“ ganz unkompliziert und selbstverständlich mit dem Thema freie Liebe umgeht, fröhlich, weil Farben, Dialoge und Darsteller jede schlechte Laune vertreiben und frei, weil Erotik und Sex im Film nur selten so unverkrampft dargestellt werden. Dabei ist das Thema des Films nun nicht gerade neu: eine Familie im Urlaub in Südfrankreich. „Meeresfrüchte“ ist der heiterste Film des Jahres, mit der atemberaubenden Valeria Bruni-Tedeschi in einer Hauptrolle. Schon in „5x2“ war die Schwester von Carla Bruni glänzend, hier, in diesem sonnigen Sommerfilm, der einfach nur gute Laune macht, ist sie es erneut. Sogar Chansons, in anderen Filmen aus Frankreich eine schier unerträgliche Qual, sind hier so eingebaut, dass man sie als Champagnerlaune mitnimmt und verzeiht.

7. LOVESONG FÜR BOBBY LONG
Regie: Shainee Gabel
Mit: John Travolta, Scarlett Johansson, Gabriel Macht, Deborah Kara Unger
Länge: 119 Min.
Scarlett Johansson war nur in „Lost in Translation“ besser als hier. Die melancholische Göre steht ihr am besten, verzogen und aufsässig, aber mit Stil, das kann sie. Und dieses warmherzige Südstaaten-Drama über eine missratene Familie, die langsam wieder zueinander findet, über Männer am Rande der Gesellschaft, die sich ein kleines Hippie-Utopia im heißen Louisiana geschaffen haben, dieser „Lovesong für Bobby Long“ gibt ihr allen Raum, um so missmutig wie attraktiv die beiden Männer in ihrem neuem Heim zu nerven wie zu begeistern.

6. SIN CITY
Regie: Robert Rodriguez, Frank Miller
Mit: Mickey Rourke, Jessica Alba, Elijah Wood, Rosario Dawson, Clive Owen
Länge: 147 Min.
Wieso nicht Platz 1? „Sin City“ bietet eine ganz neue Optik, die Hardcore-Fans der Comics von Frank Miller – die Vorlage des Films – waren begeistert über die werkgetreue Umsetzung, Stars en masse bevölkern die Szenen, was ist also das Problem? Robert Rodriguez hat schon mal spannendere Filme gemacht – ja, „Sin City“ ist manchmal etwas langweilig. Der ewige Voice Over, die ewige Dunkelheit, die ewig schlechte Laune, je länger der Film dauert, desto mehr schleicht sich das Gefühl ein, dass man im Grunde das Gleiche in immer wieder neuer Aufmachung sieht. Spektakulär, es fehlt der Überraschungseffekt. Dennoch: für Platz 6 reicht allein schon der originelle Look allemal.

Christian Gehl


Platz 7 in unseren Top 10 des Jahres 2005: "Lovesong für Bobby Long", ein romantisches Südstaatendrama mit Scarlett Johansson und John Travolta. Foto: Universum
Platz 7 in unseren Top 10 des Jahres 2005: "Lovesong für Bobby Long", ein romantisches Südstaatendrama mit Scarlett Johansson und John Travolta. Foto: Universum

Platz 8 für den sonnigen Ferienfilm "Meeresfrüchte". Foto: EuroVideo
Platz 8 für den sonnigen Ferienfilm "Meeresfrüchte". Foto: EuroVideo

Platz 10 für die gruslige Hongkong-Schönheitswahnsatire "Dumplings". Foto: e-m-s
Platz 10 für die gruslige Hongkong-Schönheitswahnsatire "Dumplings". Foto: e-m-s

Datum: 24.02.2010

 
Artikel ID 90000135

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Die 10 besten Filme 2008
    So gut 2007 war, so mittelmäßig 2008. Ob daran wohl der Autorenstreik schuld gewesen ist, der im vergangenen Jahr sogar die Golden Globes ausfielen ließ? Wenn ja, dann müsste 2009 doch wieder ein gutes ...

    Die 10 besten Filme 2005, Plätze 1-5
    Unsere Top 5 von 2005: Die besten Filme des Jahres kommen aus allen Genres. Ein Roadmovie steht an der Spitze („Sideways“), gefolgt von einem Drogenfilm („Maria voll der Gnade“), einem Horrorfilm („Saw“), ...

    Die 10 besten Filme 2009
    Es war nicht leicht, unseren Favoriten für 2009 zu finden. Vier Filme standen lange gleichberechtigt nebeneinander, am Schluss, nach langen Diskussionen, waren wir uns aber einig: Der Film, der uns 2009 ...


 
Werbung;

 



itemid = 187 - errorid = 790 - id = 790 - task = view - option = com_content - limitstart= 0