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Die 10 besten Filme 2009

Die 10 besten Filme 2009

Es war nicht leicht, unseren Favoriten für 2009 zu finden. Vier Filme standen lange gleichberechtigt nebeneinander, am Schluss, nach langen Diskussionen, waren wir uns aber einig: Der Film, der uns 2009 am meisten beeindruckt hat, von dem wir immer wieder gerne und voller Respekt reden, ist: „The Wrestler“.

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1. THE WRESTLER
Regie: Darren Aronofsky
Mit: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood
Länge: 109 Min.

Darren Aronofsky hatte einen schweren Stand bei uns, als sein Catcher-Film Anfang 2009 in den Kinos startete. „The Fountain“, seinen vorigen Film, fanden wir ganz schrecklich, gut gemacht, das schon, aber eben esoterisch bis zum Äußersten. Dagegen „The Wrestler“: Gleich die ersten Bilder zogen uns rein, so bunt und lebendig sah das Intro aus, dann die lange Kamerafahrt hinter Mickey Rourkes fettigen Haaren, dazu diese intensiven Geräusche aus der trostlosen Halle – das wirkte gleich zu Beginn sehr direkt und tief empfunden. Und so blieb es bis zum Ende. „The Wrestler“ ist unser Film des Jahres 2009.

2. INGLOURIOUS BASTERDS
Regie: Quentin Tarantino
Mit: Brad Pitt, Christoph Waltz, Daniel Brühl, Diane Kruger
Länge: 153 Min.

Auch nach mehrmaligem Sehen, im Kino wie auf DVD, bleibt unser Urteil dasselbe: Tarantino beeindruckt, wie eigentlich in jedem Film. Seine schwächste Vorstellung gab er mit „Kill Bill 2“, aber selbst „Death Proof“, in Fan-Rankings gerne letztplatziert, hat Qualitäten, für die andere Filmemacher gefeiert würden. „Inglourious Basterds“ kommt für uns gleich nach seinen frühen Klassikern „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“. Vielleicht hat der Film ein paar Längen, z.B. hätten ein paar Minuten weniger der Szene mit den deutschen Soldaten in der Waldsenke gut getan, auch die Flirtversuche von Frederick Zoller (Daniel Brühl) mit Shosanna hätten ruhig kürzer sein können. Alles in allem aber ist dies ein überraschend ernster Film, der die Nazis als eklige Trampel mit bourgeoiser Attitüde zeigt.

3. DAS WEISSE BAND
Regie: Michael Haneke
Mit: Christian Friedel, Leonie Benesch, Ulrich Tukur, Burghart Klaußner
Länge: 144 Min.

Kinder kommen als Täter meist nur in Horrorfilmen vor, aktuell auf DVD in „The Children“. Schuldige im Gewand der Unschuld wirken eben besonders unheimlich. Michael Hanekes Film ist auch keine wirkliche Ausnahme, denn auch hier wirken die süßen Kleinen in vielen Szenen gar nicht nett. „Das weiße Band“ ist aber kein Genre-Film, er ist sehr ernst, hervorragend gespielt, ein Drama also, seine besondere Dynamik gewinnt der Film dennoch dank etlicher Horror-Elemente – was seine Analyse der autoritären, gewaltverliebten und sexuell repressiven Provinz vor dem Ersten Weltkrieg um keinen Deut schmälert.

4. PUBLIC ENEMY NO.1 (2 Teile)
Regie: Jean-Francois Richet
Mit: Vincent Cassel, Ludivine Sagnier, Cecilé de France, Gerard Depardieu
Länge: 246 Min. (beide Teile)

Französischer Gangsterfilm in der Tradition von „Scarface“: cool und hart. Alle Stars des französischen Kinos spielen mit und sehen verdammt gut aus: Vincent Cassel, Ludivine Sagnier, Cecilé de France, Gerard Depardieu. Ein Unterhaltungsfilm der Oberklasse, dem es vielleicht ein bisschen an Tiefe mangelt: ein bisschen mehr über die gesellschaftlichen Hintergründe hätte man schon gerne erfahren. So hetzt der Film etwas planlos von einem Action-Schauplatz zum nächsten.

5. ZERRISSENE UMARMUNGEN
Regie: Pedro Almodovar
Mit: Penelope Cruz, Lluis Homar, Blanca Portillo, Jose Luis Gomez
Länge: 127 Min.

Der schiefe Titel hat wahrscheinlich viel von dem Potential des Films zerstört, denn im Kino war der neueste Almodovar ein Flop. Doch es ist ein guter Film, ohne klare Helden, was es manchmal nicht leicht macht, die Figuren zu verstehen. Stellt Penelope Cruz nun eine karrieresüchtige Schlampe dar oder ist sie das Opfer der Männer, mit denen sie scheinbar spielt? Andererseits macht dies den Film auch interessant: eine verwirrende Love Story zum mehrmals Schauen, optisch wie immer bei Almodovar ein Genuss.

6. LULU & JIMI
Regie: Oskar Roehler
Mit: Jennifer Decker, Ray Fearon, Katrin Saß, Udo Kier, Rolf Zacher
Länge: 94 Min.

Oskar Roehler hat einen großartigen Film gemacht: „Agnes und seine Brüder“ ist ein wildes Stück Anti-Spießer-Kino. Kaum zu glauben, dass so etwas in der braven deutschen Filmlandschaft möglich war. Leider ist danach „Elementarteilchen“ genau die angepasste, flache Literaturverfilmung geworden, die im Buch überhaupt nicht drinsteckt, von dem Genre aber scheinbar erwartet wird. Mit „Lulu & Jimi“ zeigt Roehler erfreulicherweise wieder, was er kann: tolle Bilder, eine schöne Liebesgeschichte und fiese Sozialkritik. Die Spießerfurien geben wie in „Agnes und seine Brüder“ ein wunderbares Feindbild ab.

7. RACHELS HOCHZEIT
Regie: Jonathan Demme
Mit: Anne Hathaway, Rosemarie DeWitt, Debra Winger
Länge: 113 Min.

Anne Hathaway, die mit 20 „Plötzlich Prinzessin“ war und sich mit 24 durch „Der Teufel trägt Prada“ stöckelte – die schicke Hathaway in einem ernsten Familiendrama? Ja, denn sie ist gut und das sie solche Rollen beherrscht, bewies sie bereits in dem mutigen Indiefilm „Havoc“. Hathaway bringt ihre pseudo-verständnisvolle Großbürgerfamilie gehörig durcheinander und sorgt dafür, dass der Putz von ihren steinernen Fassadengesichtern endlich bröckelt. Aus welcher Ecke dieser Film plötzlich kommt? Von Jonathan Demme, der irgendwie etwas von der Bildfläche verschwunden war und hier ein kräftiges künstlerisches Lebenszeichen von sich gibt.

8. DIE WELT IST GROSS UND RETTUNGLAUERT ÜBERALL
Regie: Stefan Komandarev
Mit: Carlo Ljubek, Miki Manojlovic, Dorka Gryllus
Länge: 105 Min.

Der Schriftseller Ilija Trojanow hat sich hierzulande schon vor seinem Durchbruch mit „Der Weltensammler“ eine kleine Fangemeinde erschrieben. „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ ist sein Romandebüt von 1996, in dem es um eine große Fahrradreise von Vater und Sohn quer durch Europa nach Bulgarien, dem Heimatland der Protagonisten, geht. Die Verfilmung trifft meist den richtigen Ton zwischen romantisch und sentimental, überzeugt mit unverbrauchten Bildern von unterwegs und fügt sich alles in allem zu einem sympathischen, stets kurzweiligen Unterhaltungsfilm zusammen, der gute Laune macht und eine Menge Lebensfreude transportiert.

9. FROST/NIXON
Regie: Ron Howard
Mit: Frank Langella, Michael Sheen, Sam Rockwell, Kevin Bacon
Länge: 122 Min.

Von vorn bis hinten ein gelungener Film – vorausgesetzt, man interessiert sich für die große Politik. Die eigentliche Frage lässt Regisseur Ron Howard („The Da Vinci Code“) jedoch aus: Und dafür musste Nixon zurücktreten? Insoweit ist dieses historische Politdrama sehr aktuell: George W. Bush überstand die falsche Begründung der Irak-Invasion politisch unbeschadet. Doch zurück zum Film: Wer eine dröge Geschichtslektion erwartet, liegt falsch. Elegant gefilmt, mit einer stets beweglichen Kamera, herausragenden Schauspielern und Dialogen auf Top-Niveau, hat man stets den Eindruck eines spannenden Thrillers.

10. O’HORTEN
Regie: Bent Hamer
Mit: Baard Owe, Espen Skjönberg, Ghita Nörby. Henny Moan
Länge: 90 Min.

Ein langsamer, wunderschöner Film über einen Lokführer im hohen Norden. Leicht melancholisch, zeigt Regisseur Bent Hamer („Kitchen Stories“) das Gewicht der scheinbar einfachen Ereignisse im Leben und findet in alltäglichen Abläufen viel Poesie. Ein trostreicher Film, der einem nahe legt, dass viel Glück und Weisheit darin liegen, alles gelassen und bewusst wahrzunehmen.

Christian Gehl


Mickey Rourke gibt in
Mickey Rourke gibt in "The Wrestler" das Äußerste. Er hätte den Oscar 2009 verdient gehabt. Foto: Kinowelt

Christoph Waltz als Hans Landa in
Christoph Waltz als Hans Landa in "Inglourious Basterds": eine schon heute legendäre Vorstellung. Foto: Universal

Verbergen die Kinder in
Verbergen die Kinder in "Das weiße Band" ein schlimmes Geheimnis? Foto: X Verleih

Datum: 01.03.2010

 

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